Mountainbike mit 29 / 27.5 Zoll
29 Zoll rollt schneller über Wurzeln, 27.5 Zoll dreht agiler durch enge Kurven – deine Körpergröße und dein Trail entscheiden, welcher Laufradsatz zu dir passt.
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Mountainbikes mit 29 und 27,5 Zoll im Vergleich
Der Durchmesser-Unterschied zwischen einem 29er- und einem 27,5er-Laufrad beträgt nur 38 Millimeter — und trotzdem fährt sich das Rad komplett anders. Der Grund liegt nicht in der Größe selbst, sondern im Überrollverhalten: Das 29er-Rad trifft eine 10 cm hohe Wurzel in einem flacheren Winkel, verliert dabei weniger Geschwindigkeit und bleibt spurstabiler. Das 27,5er dagegen beschleunigt aus Kurven messbar schneller, weil die rotierende Masse kleiner ist.
Viele Käufer entscheiden sich reflexartig für 29 Zoll, weil größer schneller klingt. Auf ruppigen, geraden Abfahrten stimmt das. In engen, verwinkelten Trails mit vielen Richtungswechseln dreht das 27,5-Zoll-Laufrad den Spieß um — es lenkt direkter ein und lässt sich leichter umsetzen.
Körpergröße als härtestes Ausschlusskriterium
Bevor du über Fahrverhalten nachdenkst, prüfe deine Beinfreiheit. Unter etwa 165 cm Körpergröße wird die Überstandshöhe bei vielen 29ern zum Problem: Beim schnellen Absteigen im Gelände fehlen die entscheidenden Zentimeter zwischen Oberrohr und Schritt. Zwischen 165 und 175 cm funktionieren beide Radgrößen, ab 180 cm spricht bei der Rahmengeometrie fast alles für 29 Zoll.
Achte auch auf die Rahmengröße in Kombination mit der Laufradgröße. Ein Rahmen in S mit 29er-Rädern hat oft ein extrem kurzes Sitzrohr, damit die Geometrie aufgeht — das begrenzt den Einstellbereich der Sattelstütze auf teils unter 10 cm. Wer zwischen zwei Größen liegt, misst besser nach, statt der Herstellertabelle blind zu folgen.
Mullet-Setup und was die Kombination bringt
Einige Bikes in dieser Kategorie fahren vorn 29 und hinten 27,5 Zoll — das sogenannte Mullet-Setup. Vorn übernimmt das große Rad das Überrollen von Hindernissen, hinten schafft das kleine Rad mehr Freiraum zum Gesäß bei steilen Abfahrten. Im Enduro- und Downhill-Bereich hat sich diese Bauweise durchgesetzt, seit die UCI sie 2019 im Rennsport freigegeben hat.
Wichtig zu wissen: Ein Mullet-Bike lässt sich nicht einfach durch Radtausch aus einem reinen 29er bauen. Ein kleineres Hinterrad senkt das Tretlager um rund 10 bis 15 mm ab — ohne angepassten Rahmen oder Flip-Chip schlägst du mit den Pedalen häufiger an Steinen an. Kauf das Setup also fertig konstruiert, nicht improvisiert.
Federweg entscheidet über den Einsatzbereich
Der Federweg sortiert die Kategorie klarer als jede Marketingbezeichnung. 100 bis 120 mm stehen für Cross-Country und schnelle Waldwege, 130 bis 150 mm für Trail-Einsatz mit Sprüngen und Stufen, ab 160 mm beginnt Enduro-Terrain mit ruppigen Abfahrten. Mehr Federweg klingt nach mehr Reserven, kostet aber bergauf: Ein 160-mm-Fully wippt beim Pedalieren spürbar stärker und wiegt schnell 1,5 bis 2 kg mehr als ein Trail-Bike.
Ein Hardtail ohne Hinterbaudämpfung ist unterhalb von 1.500 Euro fast immer die bessere Investition als ein Fully derselben Preisklasse. Der Grund: Ein brauchbarer Hinterbaudämpfer samt Lagerung verschlingt beim Hersteller Budget, das dann bei Federgabel, Schaltung und Bremsen fehlt. Günstige Fullys tragen deshalb oft Dämpfer, die weder einstellbar noch wartungsfreundlich sind.
Schaltung, Bremsscheiben und Reifenbreite im Detail
Moderne Mountainbikes fahren mit 1×12-Antrieben — ein Kettenblatt vorn, zwölf Ritzel hinten. Eine Kassette mit 10–51 Zähnen liefert 510 % Bandbreite und ersetzt damit die alte Dreifach-Kurbel komplett, bei weniger Gewicht und ohne Umwerfer als Verschleißteil. Findest du an einem Neurad noch 3×8- oder 3×9-Schaltungen, ist das ein Hinweis auf eine ältere Konstruktion.
Bei den Bremsen zählt der Scheibendurchmesser: 180 mm vorn gelten als Untergrenze für Trail-Einsatz, 200 oder 203 mm bringen bei langen Abfahrten deutlich mehr Standfestigkeit, weil die größere Fläche die Hitze besser abführt. Fahrer über 90 kg profitieren davon besonders — überhitzte Bremsen verlieren Druckpunkt genau dann, wenn du ihn brauchst.
Die Reifenbreite bewegt sich zwischen 2,25 und 2,6 Zoll. Breitere Reifen fährst du mit weniger Druck — 1,5 statt 2,2 bar — und gewinnst dadurch Grip auf losem Untergrund, zahlst aber mit höherem Rollwiderstand auf Asphalt. Ein Detail, das kaum jemand prüft: Nicht jeder Rahmen nimmt 2,6 Zoll auf. Zwischen Reifen und Kettenstrebe braucht es mindestens 6 mm Luft, sonst schleift der Reifen bei Verwindung im Wiegetritt an genau der Stelle, die du beim Probesitzen im Laden nie belastest.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Was ist der Unterschied zwischen 29 Zoll und 27,5 Zoll beim Mountainbike?
29-Zoll-Laufräder rollen ruhiger über Wurzeln und Steine und behalten auf Strecken mit viel Tempo besser die Geschwindigkeit. 27,5 Zoll ist meist etwas wendiger und fühlt sich in engen Kurven oder auf technischen Trails agiler an. Wenn Du vor allem komfortabel und effizient fahren willst, ist 29 Zoll oft im Vorteil; für mehr Agilität kann 27,5 Zoll besser passen.
Welche Laufradgröße passt besser zu meiner Körpergröße?
29 Zoll passt oft gut für größere Fahrerinnen und Fahrer, weil das Rad etwas höher baut und die Rahmengeometrie meist länger ausfällt. 27,5 Zoll wird häufig von kleineren Personen oder von allen gewählt, die ein kompakteres Handling bevorzugen. Wichtiger als nur die Zollgröße ist aber die Rahmengröße, denn sie bestimmt, ob Du wirklich bequem und kontrolliert sitzt.
Darf ich ein Mountainbike mit 29 / 27,5 Zoll im Straßenverkehr nutzen?
Ja, wenn das Bike die nötige StVZO-Ausstattung hat, also zum Beispiel funktionierende Beleuchtung, Reflektoren und Klingel. Viele Mountainbikes werden ohne diese Teile verkauft und sind dann nur eingeschränkt straßentauglich. Prüfe vor dem Kauf deshalb genau, ob das Modell für Deinen Einsatz auf Straße und Waldwegen komplett ausgestattet ist.
Kann ich bei einem Mountainbike 29er und 27,5-Zoll-Laufräder einfach tauschen?
Nein, nicht ohne Weiteres, weil Rahmen, Gabel, Bremsen und die Geometrie auf eine bestimmte Laufradgröße ausgelegt sind. Ein Umbau kann die Fahreigenschaften verschlechtern oder zu Platzproblemen führen. Wenn Du umrüsten willst, solltest Du die Freigaben des Herstellers prüfen oder direkt ein Modell wählen, das für beide Größen vorgesehen ist.
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