Fahrräder
Beim Rahmenmaterial entscheidest du zwischen leichtem Alu und komfortablem Stahl – ein Detail, das über Fahrgefühl und Preis mehr bestimmt als die Optik.
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Fahrräder im Vergleich worauf es wirklich ankommt
Die meisten Fehlkäufe bei Fahrrädern haben nichts mit Schaltung oder Gewicht zu tun, sondern mit der Rahmengröße. Wer sie nach Körpergröße wählt, greift oft daneben, denn entscheidend ist die Schrittlänge: Zwei Menschen mit 1,80 m können 6 cm Unterschied in der Innenbeinlänge haben — und brauchen zwei verschiedene Rahmen. Als Faustformel für Trekkingräder gilt: Schrittlänge in Zentimetern mal 0,66 ergibt die passende Rahmenhöhe.
Ein zu großer Rahmen lässt sich nicht durch einen tieferen Sattel retten. Die Distanz zwischen Sattel und Lenker bleibt zu lang, du sitzt überstreckt, und nach 20 km melden sich Handgelenke und Nacken. Miss also vor dem Vergleich zweier Modelle zuerst dich selbst — mit einem Buch zwischen den Beinen und einem Zollstock an der Wand.
Reifenbreite verändert das Fahrgefühl stärker als die Schaltung
Breite Reifen rollen nicht langsamer — dieser Mythos hält sich hartnäckig. Ein 40-mm-Reifen mit 3 Bar kostet gegenüber einem 28-mm-Reifen mit 6 Bar nur 2 bis 3 Watt, schluckt dafür Kopfsteinpflaster und Bordsteinkanten, die dir der schmale Reifen ungefiltert in den Rücken schickt. Auf Alltagsstrecken mit Schlaglöchern gewinnt die Reifenbreite mehr Komfort, als eine gefederte Sattelstütze je liefert.
Achte zusätzlich auf eine Pannenschutzeinlage im Reifen. Modelle mit 3 bis 5 mm Schutzschicht halten Scherben und Dornen ab, wiegen aber pro Reifen rund 200 g mehr. Für den Arbeitsweg ist das ein guter Tausch — ein Plattfuß morgens um sieben kostet dich mehr als ein paar Gramm.
Kettenschaltung oder Nabenschaltung — Wartung gegen Bandbreite
Eine Kettenschaltung mit 18 bis 30 Gängen deckt die größte Übersetzungsbandbreite ab und bleibt die erste Wahl, wenn regelmäßig Steigungen über 8 % auf deiner Strecke liegen. Der Preis dafür: Die Kette verschleißt nach 3.000 bis 5.000 km, Ritzel und Kettenblätter folgen. Wer nicht selbst schraubt, zahlt dafür alle ein bis zwei Jahre 50 bis 120 Euro in der Werkstatt.
Die Nabenschaltung mit 7 oder 8 Gängen ist gekapselt, schaltet im Stand — praktisch an der Ampel — und läuft jahrelang ohne Eingriff. In Kombination mit einem Riemen statt einer Kette sind 20.000 bis 30.000 km ohne Ölen und ohne Kettenwechsel realistisch. Dafür wiegt sie rund ein Kilo mehr und die Gänge liegen enger beieinander, was in bergigem Gelände Grenzen setzt.
Bremsen und Gewicht — wo sich der Aufpreis rechnet
Hydraulische Scheibenbremsen verzögern bei Regen fast so gut wie im Trockenen, während eine Felgenbremse auf nasser Felge einen spürbar längeren Bremsweg produziert. Dazu kommt ein oft übersehener Kostenpunkt: Felgenbremsen schmirgeln die Felge ab, nach 10.000 bis 15.000 km ist eine neue Felge fällig — das kostet mit Einspeichen schnell 80 bis 150 Euro pro Laufrad.
Beim Gewicht liegen Trekking- und Cityräder aus Aluminium typischerweise bei 13 bis 16 kg, unter 11 kg wird es deutlich teurer. Auf ebener Strecke spürst du zwei Kilo Unterschied kaum, an der Kellertreppe oder beim Heben aufs Autodach sehr wohl. Prüfe im Datenblatt, ob Schutzbleche, Gepäckträger und Licht im angegebenen Gewicht enthalten sind — häufig fehlen sie, und die Ausstattung addiert 2 bis 3 kg.
Sitzposition und Licht — die Details nach dem Radtyp
Der Radtyp legt deine Haltung fest: Ein Cityrad setzt dich fast aufrecht, ein Gravel- oder Rennrad streckt dich um 30 bis 45 Grad nach vorn. Die gestreckte Position bringt auf 30 km spürbar Tempo, verlangt aber trainierte Rumpfmuskulatur — sonst tragen Hände und Nacken die Last. Für Strecken unter 10 km im Stadtverkehr überwiegt der Vorteil der aufrechten Position: bessere Übersicht, weniger Druck auf den Handgelenken.
Rennräder und Mountainbikes werden häufig ohne StVZO-konforme Beleuchtung verkauft. Nachrüsten mit zugelassenen Akkuleuchten kostet 30 bis 80 Euro; ein Nabendynamo ab Werk ist die dauerhaftere Lösung, weil er nie leer ist und bei modernen Modellen unter 5 Watt Reibungsverlust bleibt. Ein kleiner Kauf lohnt sich unabhängig vom Modell: Eine Kettenverschleißlehre für 6 Euro zeigt dir, wann die Kette gewechselt werden muss — bevor sie das dreimal so teure Ritzelpaket mit in den Verschleiß zieht.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Welche Fahrradgröße passt zu mir?
Die passende Größe hängt vor allem von Deiner Körpergröße und Schrittlänge ab. Bei Trekking-, City- und E-Bikes wird meist die Rahmenhöhe in Zentimetern angegeben, bei Mountainbikes oft in Zoll oder als S/M/L. Am sichersten ist ein Blick in die Größentabelle des Herstellers und ein Abgleich mit Deiner Schrittlänge.
Welche gesetzlichen Vorgaben muss ein Fahrrad im Straßenverkehr erfüllen?
Für die Straßenzulassung brauchst Du eine funktionierende Beleuchtung, zwei unabhängige Bremsen, Reflektoren an Pedalen und Rädern sowie eine helltönende Klingel. Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht ist zusätzlich ein weißes Frontlicht und ein rotes Rücklicht nötig. Ohne diese Ausstattung riskierst Du ein Bußgeld und fährst vor allem unnötig unsicher.
Worauf solltest Du bei der Wartung eines Fahrrads achten?
Prüfe regelmäßig Reifendruck, Bremsen, Kette und die Schrauben an Lenker, Sattel und Laufrädern. Eine saubere und geschmierte Kette reduziert Verschleiß und sorgt für sauberes Schalten, besonders bei Nässe und im Winter. Auch Bremsbeläge und Reifen solltest Du rechtzeitig tauschen, bevor sie zu stark abgenutzt sind.
Welche Fahrradtypen eignen sich für welchen Einsatz?
Citybikes sind praktisch für kurze Wege und Alltag, Trekkingräder passen gut für längere Touren und Pendelstrecken. Mountainbikes bieten mehr Reserven auf Wald- und Schotterwegen, während Rennräder auf Asphalt und Tempo ausgelegt sind. Wenn Du oft gemischte Strecken fährst, ist ein Trekking- oder Gravelbike meist die flexiblere Wahl.
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