Fahrradhelme
Achte beim Kauf auf die MIPS-Technologie – sie schützt dein Gehirn bei Stürzen deutlich besser als ein Helm ohne dieses System.
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Fahrradhelme im Vergleich und was wirklich schützt
Ein Helm für 35 Euro besteht denselben Falltest wie einer für 250 Euro. Die Norm EN 1078 prüft den Aufprall aus 1,5 Metern Höhe — das entspricht rund 19,5 km/h. Mehr Geld kauft dir also keine höhere Grundsicherheit, sondern besseren Sitz, weniger Gewicht, mehr Belüftung und vor allem Schutz gegen Rotationskräfte, die die Norm gar nicht abfragt.
Genau dort liegen die echten Unterschiede zwischen den Modellen im Vergleich. Bevor du auf Design oder Marke schaust, klär drei Dinge: Wie schnell fährst du, wie sitzt der Helm auf deinem Kopf, und wie alt darf er werden, bevor er in den Müll gehört.
MIPS und warum gerade Rotationsschutz zählt
Bei den meisten realen Stürzen trifft der Kopf schräg auf, nicht senkrecht. Dabei entstehen Drehbewegungen, die das Gehirn stärker belasten als der reine Aufprall. Systeme wie MIPS setzen eine bewegliche Innenschale ein, die sich beim Einschlag 10 bis 15 Millimeter gegen die Außenschale verschiebt und so einen Teil der Rotationsenergie abfängt.
Der Aufpreis liegt meist bei 20 bis 40 Euro gegenüber dem gleichen Modell ohne System. Unabhängige Prüfstellen wie das Virginia-Tech-Labor bewerten Helme mit Rotationsschutz durchgehend besser — ein messbarer Unterschied, kein Marketingargument.
Passform entscheidet mehr als jedes Prüfsiegel
Miss deinen Kopfumfang mit einem Maßband etwa zwei Zentimeter über den Augenbrauen. Größenangaben wie 54–58 cm sind Spannen, keine Garantie: Zwei Helme mit identischer Angabe können komplett unterschiedlich geschnitten sein, weil Kopfformen zwischen rund und oval variieren.
Ein Helm, der beim Kopfschütteln verrutscht, gibt beim Sturz Stirn oder Schläfe frei — dann nützt die beste Schale nichts. Achte auf ein Drehrad am Hinterkopf mit feiner Rasterung und darauf, dass der Helm waagerecht sitzt: Zwischen Augenbraue und Helmkante passen maximal zwei Finger. Sitzt er höher, ist die Stirn ungeschützt.
Helmtyp, Tempo und die Sonderregel fürs S-Pedelec
Cityhelme haben eine geschlossenere Schale und oft integrierte Rücklichter, Rennradhelme setzen auf 20 und mehr Belüftungsöffnungen bei 200 bis 250 Gramm Gewicht, MTB-Helme ziehen die Schale am Hinterkopf tiefer und bringen ein Visier gegen Äste und Sonne mit. Die Bauform folgt der Sturzart: Auf dem Trail fällst du eher nach hinten-seitlich, auf der Straße nach vorn.
Fährst du ein S-Pedelec mit 45 km/h Unterstützung, reicht ein normaler Fahrradhelm rechtlich nicht aus. Du brauchst ein Modell nach NTA 8776 — diese niederländische Norm testet mit höherer Aufprallgeschwindigkeit und verlangt mehr Abdeckung an Schläfen und Hinterkopf. Solche Helme wiegen 400 bis 500 Gramm und sind im Handel selten klar gekennzeichnet, im Vergleich lohnt der Blick ins Datenblatt.
Gewicht, Belüftung und das Ablaufdatum, das kaum jemand kennt
Zwischen 200 und 450 Gramm liegt die Spanne bei Erwachsenenhelmen. Auf einer Stunde Pendelstrecke merkst du 100 Gramm Unterschied kaum, auf einer Drei-Stunden-Tour drückt ein schwerer Helm spürbar auf die Nackenmuskulatur. Bei der Belüftung zählt nicht nur die Anzahl der Öffnungen, sondern ob innenliegende Kanäle die Luft von vorn nach hinten führen — sonst staut sich die Wärme trotz vieler Löcher.
Der EPS-Schaum im Helm altert durch UV-Licht, Schweiß und Temperaturschwankungen. Hersteller nennen eine Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren ab Produktionsdatum, das auf einem Aufkleber im Helminneren steht — beim Kauf lohnt der Blick darauf, denn Lagerware kann schon zwei Jahre alt sein. Nach jedem Sturz mit Kopfkontakt ist der Helm fällig, auch ohne sichtbare Risse: Der Schaum staucht sich irreversibel und dämpft beim nächsten Aufprall deutlich schlechter.
Ein Detail, das im Alltag oft mehr Sicherheit bringt als jede Materialdiskussion: Ein integriertes Rücklicht sitzt auf Augenhöhe von Autofahrern, rund 40 Zentimeter höher als die Lampe am Gepäckträger. Modelle mit USB-Ladung halten je nach Modus 3 bis 10 Stunden — für eine Pendelwoche reicht eine Ladung.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Wie sollte ein Fahrradhelm richtig sitzen?
Der Helm sollte waagerecht auf dem Kopf sitzen und Stirn sowie Hinterkopf gut abdecken. Zwischen Kinnriemen und Kinn sollten etwa ein bis zwei Finger Platz bleiben, der Helm darf sich beim Kopfschütteln nicht verschieben. Wenn er drückt oder wackelt, ist meist die Größe oder die Einstellung falsch.
Wann musst Du einen Fahrradhelm ersetzen?
Nach einem Sturz solltest Du den Helm immer austauschen, auch wenn außen kaum etwas zu sehen ist. Das Material im Inneren kann beschädigt sein und beim nächsten Aufprall weniger schützen. Auch ohne Unfall gilt: Ein alter Helm nach mehreren Jahren intensiver Nutzung sollte geprüft und bei Rissen oder sprödem Material ersetzt werden.
Welche Norm sollte ein Fahrradhelm erfüllen?
Für normale Fahrradhelme ist die Prüfnorm EN 1078 wichtig. Sie zeigt, dass der Helm die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für Radfahren erfüllt. Achte außerdem auf die richtige Größe und einen festen Sitz, denn nur ein passender Helm schützt zuverlässig.
Was ist der Unterschied zwischen Hartschale, In-Mold und MIPS?
Hartschalenhelme haben eine robuste Außenschale, sind aber oft etwas schwerer. In-Mold-Helme verbinden Außen- und Innenschale direkt und sind meist leichter bei guter Belüftung. MIPS ist ein zusätzliches System gegen Drehkräfte bei schrägen Aufprallen und kann bei manchen Modellen einen Extra-Schutz bieten.
Wie pflegst Du einen Fahrradhelm richtig?
Reinige den Helm am besten mit lauwarmem Wasser und milder Seife, denn aggressive Reiniger können Kunststoffe angreifen. Lass ihn an der Luft trocknen und lagere ihn trocken, schattig und nicht im heißen Auto. Prüfe regelmäßig Riemen, Schnallen und das Verstellsystem auf Verschleiß.
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