Fahrrad Ersatzteile
Bei Bremsbelägen entscheidet nicht der Preis, sondern die Beschaffenheit deiner Bremsscheibe – organisch oder gesintert macht den Unterschied.
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Fahrrad Ersatzteile im Vergleich und was wirklich passt
Das billigste Teil am Fahrrad verursacht den teuersten Folgeschaden: Eine Kette kostet 15 bis 40 Euro, eine verschlissene Kette frisst aber Kassette und Kettenblätter gleich mit — und dann liegt die Rechnung schnell bei 120 bis 250 Euro. Wer die Kettenlängung mit einer Verschleißlehre für 8 Euro misst und bei 0,75 % (bei 11- und 12-fach schon bei 0,5 %) tauscht, fährt zwei bis drei Ketten auf einer Kassette statt einer.
Der zweite verbreitete Irrtum: Es gibt bei Ersatzteilen kein „universal“. Fast jedes Bauteil am Rad folgt einem Normmaß, und die Angabe auf dem alten Teil ist verlässlicher als jede Schätzung. Deshalb lohnt es sich, das defekte Teil vor der Bestellung zu fotografieren oder abzumessen — das erspart dir die zweite Bestellung.
Reifen und Schläuche nach ETRTO statt Zollangabe kaufen
„28 Zoll“ sagt fast nichts aus, denn hinter dieser Zollangabe stecken mehrere unterschiedliche Felgendurchmesser. Entscheidend ist die ETRTO-Nummer auf der Reifenflanke, etwa 40-622: Die 622 ist der Felgendurchmesser in Millimetern, die 40 die Reifenbreite. Nur wenn die 622 (oder 559, 584 usw.) übereinstimmt, passt der Reifen.
Beim Schlauch zählt zusätzlich das Ventil: Sclaverand (Rennrad, schmal, 6,5 mm Bohrung), Schrader (Autoventil, 8,5 mm) oder Dunlop. Ein Schrader-Ventil passt nicht durch eine Sclaverand-Bohrung in der Felge. Die Ventillänge spielt bei hohen Felgen eine Rolle — bei Aero-Felgen ab 40 mm Höhe brauchst du 60 oder 80 mm lange Ventile, sonst erreichst du das Ventil mit der Pumpe nicht.
Bremsbeläge und Scheiben mit messbaren Grenzwerten
Bei Scheibenbremsen unterscheiden sich organische und gesinterte Beläge deutlich: Organische packen sofort und bleiben leise, halten aber bei langen Abfahrten weniger Hitze aus und verschleißen bei Nässe bis zu doppelt so schnell. Gesinterte (metallische) Beläge halten länger und vertragen mehr Temperatur, brauchen aber eine längere Einbremsphase und quietschen eher.
Die Verschleißgrenzen sind konkret: Beläge tauschst du unter 0,5 mm Restbelag, Bremsscheiben meist unter 1,5 mm Dicke — der Mindestwert ist auf der Scheibe eingraviert. Achte außerdem auf die Belagform: Shimano, SRAM, Magura und Tektro nutzen jeweils eigene Geometrien, und selbst innerhalb einer Marke passen Beläge nur zu bestimmten Bremssätteln. Die Modellnummer steht auf dem alten Belag.
Bei Felgenbremsen kostet ein Belagpaar 5 bis 15 Euro. Cartridge-Systeme lohnen sich hier: Du tauschst nur den Gummieinsatz und musst die Bremse nicht neu justieren.
Antrieb tauschen ohne Kompatibilitätsfalle
Die Anzahl der Ritzel bestimmt die Kettenbreite: Eine 9-fach-Kette ist innen 6,5 bis 6,8 mm breit, eine 11-fach-Kette nur noch 5,5 bis 5,6 mm. Eine falsche Kette springt über die Ritzel oder klemmt zwischen den Kettenblättern. Bei der Kassette zählt zusätzlich der Freilaufkörper — Shimano HG, SRAM XD/XDR und Micro Spline sind untereinander nicht kompatibel, ein 12-fach-Micro-Spline-Paket lässt sich nicht auf einen HG-Freilauf schieben.
Ein oft übersehenes Teil ist das Schaltauge: Bei einem Sturz verbiegt es und rettet damit den Rahmen — genau dafür ist es da. Es existieren aber mehrere hundert Varianten, fast jeder Rahmenhersteller nutzt eigene Formen. Kaufe es passend zum Rahmenmodell und Baujahr, nicht zur Schaltung, und lege dir für 10 bis 25 Euro ein Ersatzteil in die Werkzeugkiste, bevor du es unterwegs brauchst.
Tretlager, Steuersatz und die versteckten Normmaße
Beim Tretlager entscheidet die Gehäusebreite und der Standard: BSA-Gewinde mit 68 oder 73 mm ist am verbreitetsten, daneben existieren Pressfit-Varianten wie BB86, BB92 oder PF30 mit unterschiedlichen Innendurchmessern. Ein knackendes Lager tauschst du für 15 bis 50 Euro selbst — vorausgesetzt, du hast das Maß vorher am Rahmen abgelesen oder mit dem Messschieber geprüft.
Auch Speichen kaufst du nach Maß: Die Länge muss auf 1 bis 2 mm genau stimmen, sonst reißt der Nippel aus der Felge oder das Gewinde greift nicht vollständig. Eine gerissene Speiche allein ist kein Drama, aber fahre nicht wochenlang damit weiter — die Nachbarspeichen tragen dann bis zu 30 % mehr Last und ermüden schneller. Merk dir eine Zahl für alle Bestellungen: Das Maß am alten Teil schlägt jede Produktbeschreibung.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Wie prüfst Du, ob ein Ersatzteil zu Deinem Fahrrad passt?
Am wichtigsten sind Rahmen-, Antriebs- und Brems-Kompatibilität. Prüfe bei Ketten, Kassetten, Umwerfern oder Bremsen immer die genauen Spezifikationen wie Lochkreis, Einbaubreite, Scheibengröße oder Schalttyp. Die Angaben von Hersteller und Modell helfen Dir, Fehlkäufe zu vermeiden.
Wann solltest Du Fahrrad-Ersatzteile austauschen?
Tausche Teile aus, wenn sie stark verschlissen, verbogen oder gerissen sind. Bei Bremsbelägen, Kette, Reifen oder Lagerteilen merkst Du das oft an schlechter Funktion, Geräuschen oder deutlich mehr Spiel. Fahre mit sicherheitsrelevanten Teilen nicht weiter, wenn Du Schäden erkennst.
Was musst Du bei Bremsen und anderen sicherheitsrelevanten Teilen beachten?
Sicherheitsrelevante Teile wie Bremsen, Lenker oder Vorbau sollten immer exakt zum Fahrrad passen und fachgerecht montiert sein. Achte auf die Freigaben des Herstellers, besonders bei Carbonteilen, Scheibenbremsen und E-Bike-Komponenten. Nach dem Einbau solltest Du Schrauben, Funktion und Anzugsmomente kontrollieren.
Wie entsorgst Du alte Fahrradteile richtig?
Metallteile, Ketten und Ritzel gehören meist in den Wertstoffhof oder Metallabfall, nicht in den Restmüll. Reifen und Schläuche werden je nach Kommune getrennt angenommen, oft ebenfalls am Wertstoffhof oder beim Händler. Öl, Fette und Batterien von E-Bike-Teilen musst Du separat und nach den lokalen Vorgaben entsorgen.
Worauf solltest Du beim Kauf von Ketten, Kassetten und Bremsbelägen achten?
Bei Antriebsteilen zählt vor allem die Anzahl der Gänge und die passende Bauart, etwa 8-, 9-, 10-, 11- oder 12-fach. Bei Bremsbelägen brauchst Du den richtigen Belagtyp für Scheiben-, Felgen- oder Trommelbremsen. Wenn Du die Modellnummern vergleichst, reduzierst Du das Risiko von Fehlkäufen deutlich.
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