Gravel Bikes Giant
Ob Defy oder Revolt entscheidet nicht der Preis, sondern die Reifenfreiheit – wählst du zu knapp, passt kein Gravel-Reifen für gröberes Terrain.
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Gravel Bikes von Giant im Vergleich und Test
Das Detail, das im Datenblatt am unscheinbarsten wirkt, verändert beim Giant Revolt am meisten: der Flip-Chip am hinteren Ausfallende. Mit zwei Schrauben verlängerst oder verkürzt du den Radstand um 10 mm — kurz eingestellt fährt sich das Rad agil wie ein Rennrad auf Schotter, lang eingestellt läuft es mit Bikepacking-Gepäck spürbar ruhiger geradeaus. Kaum ein anderer Hersteller bietet das in dieser Preisklasse, und viele Käufer wissen nach Monaten nicht, dass ihr Rad zwei Geometrien beherrscht.
Die Modellpalette reicht vom Revolt 2 mit Aluminiumrahmen für unter 1.500 Euro bis zum Revolt Advanced Pro mit Carbonrahmen und elektronischer Schaltung jenseits der 5.000 Euro. Dazwischen liegt nicht nur Geld, sondern vor allem die Frage, wie oft und wie ruppig du fährst.
Alu oder Carbon und was der Rahmen wirklich ausmacht
Der ALUXX-Aluminiumrahmen der Einstiegsmodelle bringt komplett aufgebaut rund 10,5 bis 11 kg auf die Waage, die Advanced-Carbonvarianten liegen bei 8,5 bis 9,5 kg. Zwei Kilo klingen abstrakt — auf einer 80-km-Runde mit 800 Höhenmetern kosten sie dich messbar Kraft, beim Tragen über eine Bahnunterführung merkst du sie sofort.
Wichtiger als das Gewicht ist bei Giant die Dämpfung: Der Carbonrahmen filtert hochfrequente Vibrationen von Waschbrettpisten deutlich besser. Wer überwiegend Asphalt und feinen Schotter fährt, bekommt mit Alu fast dieselbe Performance zum halben Preis. Wer regelmäßig drei Stunden auf grobem Untergrund sitzt, spürt den Unterschied in den Handgelenken.
Beide Rahmenvarianten teilen sich die D-Fuse-Sattelstütze mit abgeflachtem Profil, die bis zu 12 mm nach hinten flext. Das ersetzt keine Federung, nimmt aber Schlägen die Spitze — ein Grund, warum das Revolt in Komforttests regelmäßig vor steiferen Konkurrenten landet.
Reifenfreiheit von 53 mm und warum das die Streckenwahl bestimmt
Das aktuelle Revolt schluckt Reifen bis 53 mm Breite — das ist mehr als bei vielen Cross-Country-Mountainbikes und deutlich über den 40 bis 45 mm, die bei Gravel Bikes lange Standard waren. Ab Werk sind meist 40er- oder 45er-Reifen montiert, du hast also Reserve nach oben.
Konkret heißt das: Mit 45 mm bei 2,5 bar fährst du Wurzelpassagen und lose Steine, die mit einem 38er-Reifen bei 4 bar zur Zitterpartie werden. Der Rollwiderstand auf Asphalt steigt dabei weniger, als viele erwarten — moderne breite Gravelreifen kosten auf der Straße etwa 5 bis 10 Watt gegenüber schmalen, gewinnen im Gelände aber massiv an Kontrolle und Pannenschutz.
Revolt X mit Federgabel oder klassisch starr
Das Revolt X trägt eine RockShox-Rudy-Federgabel mit 40 mm Federweg und eine absenkbare Sattelstütze. Das bringt rund 1,2 kg Mehrgewicht gegenüber der Starrgabel und verschiebt den Einsatzbereich klar Richtung Trail: Auf verblockten Abfahrten hältst du damit Linien, die mit starrer Gabel Konzentrationsarbeit sind.
Für Pendelstrecken, Feldwege und Asphaltanteile über 50 Prozent ist die Federgabel dagegen totes Gewicht, das du bergauf mitschleppst. Die ehrliche Frage vor dem Kauf lautet nicht, ob die Federung schön wäre, sondern wie viele Kilometer deiner typischen Runde sie tatsächlich nutzt.
Schaltung, Übersetzung und die Details für Gepäck
Bei den Antrieben trennt sich die Palette in 2x-Systeme wie Shimano GRX mit feinen Gangsprüngen und 1x-Antriebe von SRAM mit einem Kettenblatt und breiter Kassette bis 44 Zähne. 1x bedeutet weniger Wartung und kein Umwerfer, der im Schlamm verklebt — dafür Sprünge von bis zu 15 Prozent zwischen den Gängen, die auf langen Asphaltetappen die Trittfrequenz stören. Die Topmodelle schalten elektronisch per SRAM AXS oder Shimano Di2, was vor allem mit kalten Fingern im Winter präziser funktioniert als mechanische Züge.
Für Bikepacking zählen die Anbaupunkte: Das Revolt bietet Ösen für drei Flaschenhalter, Toptube-Tasche, Schutzbleche und Gepäckträger. Die zulässige Systemgewichtsgrenze liegt bei Giant je nach Modell um 130 kg — Fahrer plus Gepäck plus Rad. Wer mit 15 kg Ausrüstung auf Tour geht, rechnet das besser vorher durch, statt es unterwegs an knackenden Laufrädern zu merken.
Ein letzter Punkt, den fast niemand vor dem Kauf prüft: Giant verbaut Laufräder ab Werk tubeless-ready, liefert die Räder aber häufig mit Schlauch aus. Die Umrüstung auf Dichtmilch kostet rund 30 Euro und eine halbe Stunde — und erspart dir auf Dornen- und Splittwegen die meisten Plattfüße, weil kleine Löcher sich selbst verschließen, während du weiterfährst.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Worauf solltest Du bei der Rahmengröße eines Giant Gravel Bikes achten?
Die Rahmengröße sollte zu Deiner Körpergröße, Schrittlänge und Fahrposition passen. Giant nutzt je nach Modell unterschiedliche Geometrien, deshalb lohnt sich der Blick in die Größentabellen des jeweiligen Bikes. Für längere Touren ist oft eine etwas komfortablere, weniger aggressive Sitzposition sinnvoll.
Welche Reifenbreite passt bei Giant Gravel Bikes sinnvoll auf die meisten Einsatzzwecke?
Für gemischte Strecken sind meist 40 bis 45 mm Reifen ein guter Bereich, weil sie Komfort und Tempo gut verbinden. Breitere Reifen bringen auf Schotter mehr Grip und Sicherheit, können auf Asphalt aber minimal träger rollen. Prüfe vor dem Kauf die max. Reifenfreiheit des Rahmens und der Gabel.
Sind Giant Gravel Bikes für den Straßeneinsatz in Deutschland direkt verkehrstauglich?
Nicht jedes Gravel Bike ist ab Werk vollständig StVZO-konform ausgestattet. Für den Straßenbetrieb brauchst Du in der Regel passende Beleuchtung, Reflektoren, Klingel und bei Bedarf Schutzbleche. Achte deshalb beim Kauf darauf, ob Dein Wunschmodell bereits mit Licht- oder Schutzblechaufnahme kommt.
Welche Wartung ist bei einem Giant Gravel Bike besonders wichtig?
Nach Fahrten auf Matsch, Staub oder Winterstrecken solltest Du Kette, Antrieb und Lager regelmäßig reinigen und schmieren. Gravel belastet Bremsen und Schaltung stärker als reiner Straßeneinsatz, deshalb sind Kontrolle von Belägen, Kassette und Kettenverschleiß wichtig. Bei Carbonrahmen solltest Du außerdem das empfohlene Drehmoment an Vorbau, Lenker und Sattelstütze beachten.
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