E-Bikes bis 20 kg
Leichte E-Bikes unter 20 kg trägst du mühelos in den dritten Stock, doch entscheidend ist der Motor: Nabenantrieb spart Gewicht, Mittelmotor bringt mehr Kraft.
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Leichte E-Bikes bis 20 kg im Vergleich und Test
Der größte Vorteil eines E-Bikes unter 20 kg zeigt sich ausgerechnet dann, wenn der Motor gar nicht arbeitet. Ab 25 km/h endet die Unterstützung bei jedem Pedelec — und ein 24-kg-Rad fühlt sich in diesem Moment an wie ein Anhänger, während ein 17-kg-Rad einfach weiterrollt wie ein normales Rennrad oder Trekkingrad. Wer flotter als 25 km/h unterwegs ist, fährt bei einem leichten E-Bike also die meiste Zeit mit eigener Kraft, ohne totes Gewicht zu schleppen.
Die zweite Überraschung: Die Kilos werden nicht am Rahmen gespart, sondern fast vollständig am Antrieb. Ein Bosch Performance Line mit 500-Wh-Akku bringt zusammen rund 7 kg auf die Waage, ein leichtes System wie Fazua Ride 60 oder ein Mahle-Nabenmotor kommt mit 3,5 bis 4,5 kg aus. Der Preis dafür ist weniger Drehmoment und ein kleinerer Akku — genau hier musst du beim Vergleichen genau hinsehen.
Drehmoment und Motorposition entscheiden am Berg
Leichte Mittelmotoren liefern 40 bis 60 Nm, ein klassisches Trekking-E-Bike dagegen 75 bis 85 Nm. Auf ebener Strecke merkst du davon fast nichts, ab 8 bis 10 % Steigung dafür deutlich: Mit 42 Nm trittst du am Berg spürbar mit, mit 60 Nm zieht dich das System noch souverän hoch. Wohnst du im Flachland, ist das kein Argument — im Mittelgebirge lohnt der Blick auf die Nm-Angabe mehr als auf die Wattzahl.
Nabenmotoren im Hinterrad wie der Mahle X20 wiegen unter 1,5 kg und sind bei Rennrad- und Gravel-Modellen Standard. Sie unterstützen sanfter und leiser als Mittelmotoren, harmonieren aber schlechter mit sehr niedrigen Trittfrequenzen. Wer im Wiegetritt steile Rampen hochkurbelt, ist mit einem Mittelmotor besser bedient.
Kleiner Akku, realistische Reichweite und der Range Extender
Fest verbaute Akkus in dieser Klasse haben meist 250 bis 430 Wh. Das klingt nach wenig, reicht aber weiter, als die Zahl vermuten lässt: Weil das Rad selbst leichter rollt und du oberhalb von 25 km/h ohnehin ohne Motor fährst, kommen viele Modelle mit 250 Wh auf 50 bis 70 km im mittleren Unterstützungsmodus. Wer nur die niedrigste Stufe nutzt, schafft auch 90 km.
Für längere Touren bieten die meisten Hersteller einen Range Extender an — eine Zusatzbatterie in Flaschenform mit rund 200 Wh, die etwa 1,5 kg wiegt und in den Flaschenhalter kommt. Prüf vor dem Kauf, ob das Modell dafür vorbereitet ist: Nachrüsten geht nur, wenn der passende Anschluss am Rahmen sitzt.
Ein Punkt, der im Alltag mehr wiegt als jede Reichweitenangabe: Bei vielen Leichtbau-Modellen ist der Akku fest im Rahmen verbaut. Du lädst dann nicht den Akku in der Wohnung, sondern bringst das ganze Rad zur Steckdose. Steht dein Rad im Hof ohne Stromanschluss, brauchst du ein Modell mit entnehmbarem Akku — und die sind in dieser Gewichtsklasse seltener.
Rahmenmaterial, Preis und zulässiges Gesamtgewicht
Unter 20 kg kommst du mit Aluminium ab etwa 2.500 Euro, unter 17 kg fast nur mit Carbon — und dann meist ab 4.000 Euro aufwärts. Carbon spart 1 bis 2 kg gegenüber Alu, reagiert aber empfindlicher auf Sturzschäden und Klemmungen am Fahrradträger. Wer das Rad regelmäßig auf dem Autodach transportiert, prüft besser, ob der Träger für Carbonrahmen freigegeben ist.
Übersehen wird gern das zulässige Gesamtgewicht: Bei leichten E-Bikes liegt es oft nur bei 110 bis 120 kg. Rad plus Fahrer plus Gepäck dürfen diese Grenze nicht überschreiten — bei einem 18-kg-Rad und 15 kg Packtaschen bleiben also nur 77 bis 87 kg für dich selbst. Schwerere Fahrer vergleichen diese Angabe vor dem Kauf, nicht danach.
Warum die Herstellerangabe selten stimmt
Die Gewichtsangabe im Datenblatt bezieht sich fast immer auf die kleinste Rahmengröße, häufig ohne Pedale und manchmal ohne Akku. Zwischen Rahmengröße S und XL liegen schnell 400 bis 700 g, Pedale bringen weitere 300 bis 400 g. Ein „19,5 kg“-Modell kann fahrfertig also über der 20-kg-Marke landen.
Schutzbleche, Gepäckträger und Licht addieren nochmals 2 bis 3 kg — viele Leichtbau-Modelle werden bewusst ohne diese Ausstattung gewogen und verkauft. Wenn du das Rad täglich zwei Stockwerke in den Keller trägst, zählt das fahrfertige Gewicht mit allem dran. Genau deshalb lohnt es sich, das Wunschmodell einmal selbst anzuheben, bevor du bestellst: Zwischen 17 und 20 kg liegt gefühlt mehr als der Zahlenunterschied vermuten lässt.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Wie viel wiegt ein E-Bike bis 20 kg im Alltag wirklich?
Ein E-Bike bis 20 kg zählt schon zu den Leichtgewichten und lässt sich meist spürbar einfacher tragen, schieben und in den Keller heben. Gerade bei Treppen, Bahnfahrten oder beim Verstauen im Auto macht jedes Kilo weniger einen Unterschied. Achte aber darauf, ob das Gewicht mit oder ohne Akku angegeben ist.
Worauf solltest Du beim Akku eines leichten E-Bikes achten?
Bei Leicht-E-Bikes ist oft ein kleinerer oder fest integrierter Akku verbaut, damit das Gesamtgewicht niedrig bleibt. Prüfe deshalb Reichweite, Ladezeit und ob der Akku entnehmbar ist, wenn Du ihn separat laden möchtest. Für Pendelstrecken sind zudem die Ladezyklen wichtig, damit der Akku alltagstauglich bleibt.
Sind E-Bikes bis 20 kg automatisch schneller oder sportlicher?
Nein, das geringe Gewicht macht ein E-Bike nicht automatisch schneller, sondern vor allem handlicher und oft effizienter im Fahrgefühl. Entscheidend sind Motorunterstützung, Übersetzung und Reifenbreite, nicht nur das Gewicht. Leichte Modelle wirken meist natürlicher beim Fahren, besonders auf kurzen bis mittleren Strecken.
Welche Wartung ist bei einem leichten E-Bike besonders wichtig?
Bei einem E-Bike bis 20 kg solltest Du Kette, Bremsen und Reifen regelmäßig prüfen, weil leichte Modelle oft stärker auf sportliche Nutzung ausgelegt sind. Der Akku sollte trocken, nicht vollständig entladen und möglichst bei moderaten Temperaturen gelagert werden. So bleiben Reichweite und Material länger stabil.
Darf ein E-Bike bis 20 kg wie ein normales Pedelec im Straßenverkehr genutzt werden?
Ja, wenn es die Pedelec-Regeln erfüllt, also bis 25 km/h unterstützt und der Motor nur beim Treten hilft, ist es im Straßenverkehr wie ein normales E-Bike nutzbar. Das Gewicht spielt für die Straßenzulassung dabei keine Rolle. Wichtig sind aber StVZO-konforme Ausstattung wie Licht, Reflektoren und zwei unabhängige Bremsen.
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