Mountainbike mit 28 Zoll
Die 28-Zoll-Laufräder rollen leichter über Wurzeln als 27,5 Zoll, kosten dich aber Wendigkeit im engen Trail – ein Detail, das viele beim Kauf übersehen.
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Mountainbikes mit 28 Zoll im Vergleich und Test
Was kaum jemand weiß: 28-Zoll- und 29-Zoll-Räder haben exakt denselben Felgendurchmesser — 622 Millimeter nach ETRTO-Norm. Der Unterschied steckt allein im Reifen. Ein 29er-MTB rollt auf 54 bis 61 mm breiten Stollenreifen, ein 28-Zoll-Mountainbike meist auf 40 bis 50 mm. Wer also glaubt, mit 28 Zoll ein „kleineres“ Rad zu kaufen, irrt — er kauft ein schmaleres.
Genau das macht die Kategorie interessant: 28-Zoll-Mountainbikes sind technisch näher am Cross-Bike als am Trail-MTB. Sie richten sich an Fahrer, die 70 Prozent Asphalt und Waldweg fahren und 30 Prozent Schotter — nicht umgekehrt. Wer regelmäßig wurzelige Singletrails fährt, greift besser zum echten 29er mit breiter Felge und 2,3-Zoll-Bereifung.
Reifenbreite entscheidet, wo du fahren kannst
Ein 42-mm-Reifen fährst du mit 3,5 bis 4,5 bar — das rollt auf Asphalt spürbar leichter als ein 55-mm-Stollenreifen mit 2 bar, kostet dich auf losem Schotter aber Grip in Kurven. Prüf vor dem Kauf die Reifenfreiheit des Rahmens: Viele 28-Zoll-Modelle nehmen maximal 47 mm auf, ein Umrüsten auf echte MTB-Reifen scheitert dann an der Gabel oder den Kettenstreben.
Achte außerdem auf den Pannenschutz. Reifen mit Schutzeinlage wiegen pro Stück 100 bis 150 Gramm mehr, halten dafür Dornen und Splitt ab — auf Feldwegen der häufigste Grund für Plattfüße. Bei täglichem Pendeln mit Geländeanteil rechnet sich das schnell.
Federgabel: 63 mm Federweg sind kein Verkaufsargument
Viele 28-Zoll-Mountainbikes unter 500 Euro tragen eine Stahlfedergabel mit 63 bis 80 mm Federweg. Klingt nach Komfort, wiegt aber 2,5 bis 3 kg und schluckt beim Antritt spürbar Energie, weil sie beim Pedalieren wippt. Eine Gabel mit Lockout löst das Problem: Per Hebel blockierst du die Federung auf Asphalt und gibst sie auf Schotter frei.
Unter 400 Euro ist eine gute Starrgabel oft die ehrlichere Lösung. Sie spart bis zu 2 kg, ist wartungsfrei und federt über den Reifen mit 0,3 bar weniger Luftdruck erstaunlich viel weg. Erst ab etwa 700 Euro bekommst du Federgabeln, die sauber ansprechen und einstellbar sind.
Schaltung und Bremsen im Preisvergleich
21 oder 24 Gänge über drei Kettenblätter klingen nach viel, bedeuten aber viele Überschneidungen und zwei Schalthebel, die du koordinieren musst. Moderne 1x-Antriebe mit 9 bis 11 Ritzeln decken mit einem einzigen Hebel fast dieselbe Bandbreite ab, brauchen keinen Umwerfer und werfen die Kette seltener ab. Auf Schotterabfahrten mit Vibration ist das ein echter Unterschied.
Bei den Bremsen zieht sich eine klare Preisgrenze durch die Kategorie: Bis etwa 550 Euro dominieren mechanische Scheibenbremsen oder V-Brakes, darüber werden hydraulische Scheibenbremsen Standard. Hydraulik braucht bei Nässe rund 30 Prozent weniger Handkraft für dieselbe Verzögerung und stellt sich selbst nach — mechanische Systeme musst du alle paar Wochen nachjustieren.
Scheibendurchmesser lohnt einen Blick: 160 mm reichen für flaches Gelände, 180 mm vorn bringen auf langen Abfahrten Reserven gegen Überhitzung. Bei Fahrergewichten über 90 kg macht das den Unterschied zwischen konstanter und nachlassender Bremsleistung.
Rahmenhöhe, Gewicht und die Frage nach der Straßenzulassung
Die Rahmenhöhe berechnest du aus deiner Schrittlänge mal 0,66 — bei 85 cm Schrittlänge landest du bei einem 56er-Rahmen. Ein zu großer Rahmen lässt sich nicht korrigieren, ein leicht zu kleiner schon: Sattelstütze und Vorbau geben 3 bis 4 cm Spielraum. Probesitzen ersetzt das nicht, grenzt die Auswahl aber sauber ein.
Beim Gewicht liegen die Modelle zwischen 13 und 17 kg. Vier Kilo Differenz spürst du an jeder Steigung ab 6 Prozent und an jeder Kellertreppe. Datenblätter geben das Gewicht häufig ohne Pedale an — rechne 300 bis 400 Gramm dazu.
Ein Detail mit rechtlicher Wirkung: Reine Mountainbikes werden ohne Licht und Reflektoren geliefert und sind damit nach StVZO nicht für öffentliche Straßen ausgestattet. Einige 28-Zoll-Modelle kommen dagegen ab Werk mit Nabendynamo und fest verbauter Beleuchtung — genau die Ausstattung, die aus dem Sportgerät ein legales Alltagsrad macht. Wer abends vom Feldweg auf die Landstraße wechselt, zahlt ohne Licht 20 Euro Verwarnungsgeld und trägt bei einem Unfall eine Mithaftung.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Für wen eignet sich ein Mountainbike mit 28 Zoll besonders gut?
Ein 28-Zoll-Mountainbike passt vor allem zu größeren Fahrerinnen und Fahrern sowie zu längeren Touren auf gemischtem Untergrund. Die großen Laufräder rollen ruhiger über Asphalt und Schotter als kleinere Größen. Für sehr technische Trails oder enge Kurven kann ein 27,5-Zoll- oder 29er-Modell je nach Einsatzbereich besser passen.
Woran erkennst Du die richtige Rahmenhöhe bei einem 28-Zoll-Mountainbike?
Die Laufradgröße ersetzt nicht die passende Rahmenhöhe, deshalb solltest Du beides getrennt prüfen. Entscheidend sind Deine Körpergröße, Schrittlänge und die gewünschte Sitzposition. Ein zu großer Rahmen macht das Bike schwer kontrollierbar, ein zu kleiner Rahmen kostet Kraft und Komfort.
Welche Reifenbreite ist bei 28-Zoll-Mountainbikes sinnvoll?
Für Alltag und Touren sind breitere Reifen meist komfortabler, weil sie mehr Dämpfung und Grip bieten. Im MTB-Bereich liegen viele Reifen zwischen etwa 2,0 und 2,4 Zoll Breite. Achte darauf, dass Rahmen und Gabel die gewünschte Reifenbreite auch tatsächlich freigeben.
Braucht ein 28-Zoll-Mountainbike besondere Wartung?
Nein, die Wartung ist ähnlich wie bei anderen Mountainbikes, aber die größeren Laufräder sollten regelmäßig auf Speichenspannung und Rundlauf geprüft werden. Halte Kette, Schaltung und Bremsen sauber, weil Schmutz und Nässe bei Offroad-Nutzung stärker zusetzen. Nach Fahrten im Gelände lohnt sich außerdem ein Blick auf Reifen, Felgen und Lager.
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