Mountainbike mit Scheibenbremse
Bei Scheibenbremsen entscheidet nicht der Durchmesser, sondern ob du hydraulisch oder mechanisch bremst – daran erkennst du, ob das Bike wirklich zu dir passt.
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Mountainbikes mit Scheibenbremse im Vergleich und Test
„Scheibenbremse“ auf dem Datenblatt sagt fast nichts aus. Unter 500 Euro verbauen viele Hersteller mechanische Scheibenbremsen, die über einen Seilzug arbeiten — und die verzögern oft schlechter als eine gut eingestellte Felgenbremse am alten Rad. Der eigentliche Kaufunterschied steckt nicht im Wort Scheibenbremse, sondern in der Frage, wie die Bremskraft an die Scheibe kommt.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, den kaum jemand vor dem Kauf prüft: den Durchmesser der Bremsscheibe. Zwischen 160 mm und 203 mm liegen bei einer langen Abfahrt Welten — und dieser Wert steht bei den meisten Modellen klein gedruckt in der Ausstattungsliste.
Hydraulisch oder mechanisch — der Unterschied liegt im Hebel
Eine hydraulische Scheibenbremse überträgt die Handkraft über Bremsflüssigkeit, eine mechanische über einen Bowdenzug. Hydraulik braucht spürbar weniger Fingerkraft: Ein bis zwei Finger reichen für eine Vollbremsung, während du beim Seilzug die ganze Hand einsetzt. Auf einem Trail mit 20 Bremspunkten pro Kilometer merkst du das nach einer halben Stunde in den Unterarmen.
Hydraulische Systeme stellen den Belagverschleiß automatisch nach, mechanische musst du regelmäßig per Stellschraube justieren — sonst wandert der Druckpunkt Richtung Lenker. Dafür lässt sich ein gerissener Zug unterwegs für wenige Euro tauschen, während eine Hydraulikbremse zum Entlüften in die Werkstatt geht. Ab etwa 550 bis 600 Euro Radpreis ist Hydraulik in der Regel Standard, darunter lohnt der genaue Blick in die Ausstattung.
Scheibendurchmesser: warum 180 mm bergab den Unterschied machen
Der Rotordurchmesser bestimmt die Hebelwirkung der Bremse. Eine 180-mm-Scheibe erzeugt bei gleicher Handkraft rund 12 Prozent mehr Bremsmoment als eine 160-mm-Scheibe — und sie verteilt die Hitze auf mehr Fläche. Bei einer 500-Höhenmeter-Abfahrt kann eine kleine Scheibe über 300 °C heiß werden, dann lässt die Bremskraft nach (Fading).
Für Waldwege und moderate Touren reichen 160 mm vorn und hinten. Fährst du regelmäßig steile Abfahrten oder wiegst mit Rucksack über 90 kg, sind 180 mm vorn die sinnvollere Ausstattung. Nachrüsten geht meist, kostet aber Scheibe plus Adapter — beim Kauf direkt darauf zu achten ist billiger.
Auch die Beläge unterscheiden sich: Organische Beläge packen sofort zu und bleiben leise, verschleißen bei Nässe und Schlamm aber schneller. Gesinterte Metallbeläge halten zwei- bis dreimal länger, brauchen jedoch ein paar Bremsungen, bis sie auf Temperatur sind.
Hardtail, Fully und die Laufradgröße dahinter
Ein Hardtail federt nur vorn, ein Fully zusätzlich am Hinterbau. Der Hinterbaudämpfer kostet Geld und rund 2 bis 3 kg Gewicht — ein brauchbares Fully beginnt bei etwa 1.500 Euro, darunter bekommst du für dasselbe Budget ein Hardtail mit deutlich besserer Bremse und Schaltung. Auf Schotterwegen und Forststraßen bringt der gefederte Hinterbau kaum Vorteile, auf wurzeligen Trails dagegen deutlich mehr Traktion beim Bremsen, weil das Hinterrad Bodenkontakt hält.
Bei den Laufrädern dominieren 27,5 und 29 Zoll. Die größeren 29-Zoll-Laufräder rollen leichter über Hindernisse und halten die Geschwindigkeit besser, brauchen aber mehr Kraft beim Beschleunigen und einen größeren Wendekreis. Unter 1,70 m Körpergröße passt 27,5 Zoll meist besser zur Rahmengeometrie — Probefahren klärt das in fünf Minuten.
Gewicht, Schaltung und ein Detail für die ersten Kilometer
Ein Alu-Hardtail wiegt je nach Ausstattung 13 bis 16 kg. Die 3 kg Differenz spürst du an jedem Anstieg: Bei 8 Prozent Steigung kosten sie dich messbar Tempo, außerdem trägt sich ein 13-kg-Rad deutlich angenehmer in den Keller. Viele Herstellerangaben gelten ohne Pedale — rechne 300 bis 400 g dazu.
Bei der Schaltung setzen sich 1x-Antriebe mit einem Kettenblatt vorn und 10 bis 12 Ritzeln hinten durch. Ohne Umwerfer gibt es weniger Wartung und keinen Kettenabwurf am vorderen Blatt, dafür größere Gangsprünge als bei 2x- oder 3x-Systemen. Für Touren mit langen Flachstücken fehlt manchen 1x-Setups der ganz schnelle Gang ab etwa 35 km/h.
Und ein Punkt, der bei fast jedem neuen Rad mit Scheibenbremse untergeht: Neue Beläge und Scheiben müssen eingebremst werden. Etwa 20 bis 30 kontrollierte Bremsungen aus 25 km/h bis fast zum Stand — erst danach erreicht die Bremse ihre volle Kraft. Wer das auslässt und die Beläge bei der ersten Vollbremsung verglast, bremst dauerhaft schlechter und hört bei jedem Stopp ein Quietschen.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Welche Scheibenbremsen sind am Mountainbike besser: hydraulisch oder mechanisch?
Hydraulische Scheibenbremsen bremsen meist kräftiger und lassen sich feiner dosieren, deshalb sind sie am Mountainbike die häufigere Wahl. Mechanische Bremsen sind einfacher aufgebaut und oft günstiger, brauchen aber mehr Handkraft und häufiger Nachjustierung. Wenn du viel im Gelände oder bei Nässe fährst, ist hydraulisch in der Regel die bessere Lösung.
Welche Bremsscheibengröße ist für ein Mountainbike sinnvoll?
Für viele Mountainbikes sind 160 mm oder 180 mm üblich, weil sie einen guten Kompromiss aus Gewicht, Dosierung und Bremsleistung bieten. Größere Scheiben verzögern stärker und verkraften Hitze besser, sind aber etwas schwerer. Wenn du bergab, mit Gepäck oder als schwerere Person fährst, lohnt sich oft eine größere Scheibe vorne.
Wie pflegst Du Scheibenbremsen am Mountainbike richtig?
Halte Bremsscheiben und Beläge fettfrei, denn schon kleine Öl- oder Reinigungsmittelreste verschlechtern die Bremsleistung deutlich. Kontrolliere regelmäßig Belagstärke und Scheibenzustand und reinige die Scheiben am besten mit Isopropanol oder einem speziellen Bremsenreiniger. Nach einer längeren Abfahrt oder Nässe solltest du die Bremsen auch auf Schleifgeräusche und Fading prüfen.
Worauf solltest Du beim Kauf eines Mountainbikes mit Scheibenbremse achten?
Achte auf den passenden Bremsscheiben-Standard, etwa Center Lock oder 6-Loch, damit Ersatzteile und Laufräder kompatibel sind. Wichtig sind außerdem Rahmen- und Gabelaufnahme für die Bremse, die Rotorgröße und ob die Bremsen zu Deinem Einsatzbereich passen. Für anspruchsvolle Trails sind leistungsstarke hydraulische Bremsen mit größeren Scheiben oft die sinnvollere Wahl.
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