Mountainbike mit Felgenbremse
Felgenbremsen bremsen bei Nässe spürbar schwächer als Scheibenbremsen – achte auf den Felgenverschleiß, denn der entscheidet über die Lebensdauer deines Bikes.
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Mountainbikes mit Felgenbremse im Vergleich und Test
Eine Felgenbremse am Mountainbike gilt vielen als Auslaufmodell — dabei rechnet sich die Technik an zwei Stellen, die kaum jemand nachprüft. Erstens beim Gewicht: Eine V-Brake spart gegenüber einer mechanischen Scheibenbremse rund 400 bis 600 Gramm pro Rad. Zweitens beim Unterhalt: Ein Paar Bremsschuhe kostet 5 bis 10 Euro und ist in fünf Minuten ohne Spezialwerkzeug gewechselt, während Scheibenbremsbeläge samt Einbremsen schnell das Doppelte an Geld und Zeit fressen.
Der eigentliche Denkfehler beim Kauf: Eine markenlose Billig-Scheibenbremse bremst schlechter als eine ordentliche Shimano-V-Brake. Wer 300 bis 450 Euro ausgibt, bekommt mit Felgenbremse häufig die bessere Schaltgruppe und die stabilere Gabel — weil der Hersteller das Budget nicht in eine Scheibenbremsen-Optik stecken muss, die auf dem Papier gut aussieht und am Berg versagt.
V-Brake, Nässe und der Verschleiß an der Felge
Praktisch alle Modelle in dieser Kategorie fahren mit V-Brakes, die deutlich mehr Handkraft in Bremsleistung übersetzen als ältere Cantilever-Systeme. Auf trockenem Asphalt und festen Waldwegen erreichen sie Bremswege auf dem Niveau mechanischer Discs. Bei Regen sieht das anders aus: Nasse Alufelgen verlängern den Bremsweg um 30 bis 50 Prozent, weil die Beläge erst den Wasserfilm von der Flanke wischen müssen.
Ein Punkt, den Datenblätter verschweigen: Die Felge selbst ist Verschleißteil. Bremsstaub und Sand schmirgeln die Flanke bei jedem Bremsvorgang ab. Gute Felgen tragen einen Verschleißindikator — eine eingefräste Rille oder einen Punkt. Ist der weggeschliffen, muss die Felge getauscht werden, sonst kann sie unter Reifendruck aufplatzen. Bei 2.000 bis 3.000 Kilometern pro Jahr passiert das nach drei bis fünf Jahren.
26, 27,5 oder 29 Zoll und die passende Rahmenhöhe
Mountainbikes mit Felgenbremse gibt es überwiegend in 26 und 27,5 Zoll, seltener in 29 Zoll. Kleinere Laufräder beschleunigen schneller und lenken sich agiler durch enge Trails, große Räder rollen leichter über Wurzeln und Schotter, weil der Auftreffwinkel am Hindernis flacher ausfällt. Für Fahrer unter 1,70 m passt 26 Zoll meist besser zur Geometrie, ab 1,80 m spielt 29 Zoll seine Laufruhe aus.
Wichtiger als die Laufradgröße ist die Rahmenhöhe: Als Faustregel gilt Schrittlänge in Zentimetern mal 0,57. Bei 82 cm Schrittlänge landest du bei etwa 47 cm Rahmenhöhe. Zwei Nummern daneben bedeuten Knieschmerzen auf langen Touren oder einen zu gestreckten Rücken — beides lässt sich mit Sattel- und Vorbauverstellung nur begrenzt korrigieren.
Federgabel oder Starrgabel — wo das Gewicht wirklich sitzt
Die meisten Räder dieser Preisklasse tragen eine Stahlfedergabel mit 50 bis 80 mm Federweg. Die schluckt Bordsteinkanten und groben Schotter, wiegt aber allein 2 bis 2,5 kg und lässt sich weder in der Härte einstellen noch für Asphaltpassagen blockieren. Wer überwiegend auf Feldwegen und in der Stadt fährt, ist mit einer Starrgabel oft schneller unterwegs — sie spart über ein Kilo und wippt beim Antritt nicht mit.
Beim Gesamtgewicht liegen die Modelle typischerweise zwischen 14 und 16 kg. Klingt nach wenig Unterschied, macht sich aber bemerkbar: Zwei Kilo weniger entsprechen an einer 8-Prozent-Steigung ungefähr einem halben Gang Reserve. Achte darauf, ob der Hersteller mit oder ohne Pedale wiegt — hier verstecken sich gern 300 bis 400 Gramm.
Schaltung, Übersetzung und der Weg in den Straßenverkehr
Üblich sind 21 Gänge aus einer 3×7-Kombination, meist mit Shimano Tourney oder Altus. Entscheidend ist nicht die Ganganzahl, sondern die Bandbreite: Ein kleinstes Kettenblatt mit 28 Zähnen und ein 34er-Ritzel hinten bringen dich auch mit Gepäck einen 10-Prozent-Anstieg hoch, ohne aus dem Sattel zu müssen. Fehlt das große Ritzel, hilft die schönste Gangzahl nichts.
Ein Detail mit rechtlicher Konsequenz: Mountainbikes werden fast immer ohne Licht, Klingel und Reflektoren ausgeliefert. Für den Weg zur Arbeit verlangt die StVZO eine Beleuchtungsanlage — Akkuleuchten mit Prüfzeichen sind zulässig und ab etwa 25 Euro pro Set zu haben. Wer das beim Budget vergisst, zahlt bei einer Kontrolle 20 Euro Verwarnungsgeld, und beim Bremsschuhkauf gleich mitbestellen lohnt sich ohnehin: Beläge mit gekennzeichneter Laufrichtung quietschen deutlich seltener als symmetrische No-Name-Klötze.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Sind Felgenbremsen am Mountainbike noch erlaubt?
Ja, Felgenbremsen sind im Straßenverkehr erlaubt, solange dein Mountainbike verkehrssicher ausgestattet ist. Für anspruchsvolle Abfahrten und nasse Bedingungen sind Scheibenbremsen aber meist leistungsstärker, weil sie konstanter verzögern. Wenn du viel im Alltag oder auf einfachen Trails unterwegs bist, kann eine gut gewartete Felgenbremse trotzdem sinnvoll sein.
Woran erkennst Du, ob die Bremsbeläge bei einer Felgenbremse am Mountainbike gewechselt werden müssen?
Wenn die Bremswirkung nachlässt, die Beläge ungleichmäßig abgefahren sind oder die Verschleißmarken verschwunden sind, solltest Du sie tauschen. Auch Risse, Verhärtungen oder das typische Quietschen können ein Hinweis sein. Kontrolliere außerdem die Felgenflanken, denn abgefahrene Felgen verschlechtern die Bremsleistung und können ein Sicherheitsrisiko sein.
Passt jedes Mountainbike-Rad in einen Felgenbrems-Rahmen?
Nein, Du brauchst einen Rahmen und eine Gabel mit Bremsaufnahmen für Felgenbremsen sowie passende Felgen mit Bremsflanke. Viele moderne Laufräder sind zwar kompatibel, aber bei manchen Felgen ist die Bremsfläche nicht ausgelegt. Achte beim Kauf deshalb auf die genaue Rahmen- und Laufradkompatibilität, damit Bremse und Felge zusammenpassen.
Wie pflegst Du Felgenbremsen am Mountainbike richtig?
Halte Bremsflanken, Beläge und Bowdenzüge sauber, damit die Bremse gleichmäßig greift. Schmutz, Öl und nasse Ablagerungen verschlechtern die Wirkung deutlich. Prüfe regelmäßig die Zugspannung und lass verschlissene Züge oder Hüllen rechtzeitig ersetzen, damit der Hebelweg kurz und kontrolliert bleibt.
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