E-Bikes mit 28 Zoll
Nicht die Motorleistung entscheidet über deine Reichweite, sondern die Akku-Wattstunden – ein Detail, das dir beim direkten Vergleich viel Frust erspart.
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E-Bikes mit 28 Zoll im Vergleich und Test
Die 28 Zoll beziehen sich nur auf die Laufräder — über die Passform des Rades sagen sie nichts aus. Genau hier passiert der häufigste Fehlkauf: Ein 28-Zoll-E-Bike gibt es mit Rahmenhöhen von etwa 45 bis 62 cm, und wer bei 1,68 m Körpergröße einen 55er-Rahmen bestellt, sitzt gestreckt wie auf einem Rennrad und erreicht an der Ampel kaum den Boden. Miss deine Schrittlänge (Innenbein in cm mal 0,66 für Trekkingräder), bevor du Modelle vergleichst — nicht danach.
Was die großen Laufräder tatsächlich bringen: Pro Kurbelumdrehung legst du gegenüber 26 Zoll rund 8 % mehr Strecke zurück, und der flachere Auftreffwinkel lässt Bordsteinkanten und Schlaglöcher spürbar weicher durchrollen. Deshalb dominiert das Format bei Trekking- und City-E-Bikes für Fahrer ab etwa 1,65 m.
Rahmenform entscheidet über den Alltag, nicht über die Optik
Beim Tiefeinsteiger steigst du ohne Beinschwung auf — bei einem 25-kg-Rad mit Gepäck auf dem Träger ist das kein Komfortmerkmal, sondern eine Sicherheitsfrage. Der Nachteil: Der fehlende Oberrohr-Dreieck macht den Rahmen weicher, bei zügiger Kurvenfahrt mit Zuladung merkst du ein leichtes Flattern eher als beim Diamantrahmen.
Der Trapezrahmen liegt dazwischen: steifer als der Tiefeinsteiger, aber mit abgesenktem Oberrohr noch bequem zu besteigen. Wer regelmäßig mit zwei vollen Packtaschen fährt, profitiert von dieser Steifigkeit — die Fuhre bleibt spurtreuer.
Motorposition und Drehmoment bei vollem Gepäckträger
Bei 28-Zoll-Rädern zählt der Mittelmotor zum Standard oberhalb von etwa 2.000 Euro, und das aus einem messbaren Grund: 65–85 Nm Drehmoment am Tretlager ziehen ein beladenes Trekkingrad auch mit 20 kg Gepäck eine 10-%-Rampe hoch, ohne dass du in den kleinsten Gang schalten musst. Heckmotoren mit 40–50 Nm schaffen das auch, aber die Traktion leidet, sobald das Vorderrad auf nassem Kopfsteinpflaster entlastet wird.
Frontmotoren findest du fast nur noch unter 1.500 Euro. Sie ziehen das Rad, statt es zu schieben — auf Schotter oder bei Nässe dreht das Vorderrad beim Anfahren am Berg schneller durch. Für flache Stadtstrecken funktioniert das, für Touren mit Höhenmetern nicht.
Akkugröße in Kilometern statt Wattstunden denken
500 Wh bedeuten bei einem 28-Zoll-Trekkingrad im mittleren Unterstützungsmodus etwa 70–90 km — genug für eine Tagestour oder eine Pendelwoche mit 15 km einfacher Strecke. Bei 625 oder 750 Wh zahlst du meist 300–500 Euro Aufpreis und trägst 700 g mehr Gewicht mit dir herum. Rechne ehrlich: Wer nie über 40 km am Stück fährt, kauft mit dem großen Akku vor allem Beruhigung.
Wichtiger als die reine Kapazität ist die Entnehmbarkeit. Ein im Unterrohr integrierter, entnehmbarer Akku lädt in der Wohnung, während das Rad im Keller steht — bei fest verbauten Akkus brauchst du eine Steckdose am Abstellplatz. Das klingt banal, entscheidet aber darüber, ob du im Winter überhaupt lädst.
Schaltung, Bremsen und die 10-Sekunden-Frage an der Ampel
Die Nabenschaltung (meist 5 bis 8 Gänge, oft mit Riemenantrieb kombiniert) schaltet im Stand — an der roten Ampel wechselst du in den Anfahrgang, ohne zu treten. Eine Kettenschaltung mit 9–12 Gängen bietet feinere Abstufung und mehr Bandbreite für hügelige Strecken, verlangt aber alle 1.500–2.000 km eine neue Kette, weil der Motor den Verschleiß beschleunigt. Ein Riemenantrieb hält dagegen 20.000 km und mehr, ganz ohne Öl.
Bei den Bremsen gibt es bei diesem Radgewicht keine Diskussion: Hydraulische Scheibenbremsen mit 180-mm-Scheiben vorn verkürzen den Bremsweg aus 25 km/h bei Nässe um mehrere Meter gegenüber Felgenbremsen. Modelle unter 1.500 Euro sparen hier zuerst — prüf das Datenblatt genau, bevor der Preis lockt.
Zum Schluss ein Detail, das in kaum einem Vergleich steht: die zulässige Gesamtmasse. Viele 28-Zoll-E-Bikes sind auf 120–130 kg ausgelegt — Fahrer, Rad und Gepäck zusammen. Bei 25 kg Radgewicht, 90 kg Fahrergewicht und zwei Packtaschen bist du schneller am Limit, als du denkst, und darüber erlischt im Schadensfall die Gewährleistung für Rahmen und Laufräder. Modelle mit 150 oder 170 kg Freigabe existieren, du musst gezielt danach suchen.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Welche Rahmengröße passt bei einem 28-Zoll-E-Bike zu meiner Körpergröße?
Die Laufradgröße 28 Zoll sagt nur etwas über die Räder aus, nicht über die passende Rahmengröße. Entscheidend sind deine Körpergröße, Schrittlänge und die Geometrie des Rahmens. Viele Hersteller geben dafür konkrete Größenempfehlungen an, an denen du dich vor dem Kauf orientieren solltest.
Ist ein 28-Zoll-E-Bike für Stadt und Alltag die bessere Wahl?
Für Stadt, Pendeln und längere Touren sind 28-Zoll-E-Bikes oft eine gute Wahl, weil sie ruhiger laufen und Hindernisse leichter überrollen. Das macht sie besonders angenehm auf Asphalt, Radwegen und befestigten Wegen. Auf sehr engen Strecken oder bei viel Tragen kann ein kleineres Rad jedoch praktischer sein.
Welche gesetzliche Ausstattung braucht ein 28-Zoll-E-Bike in Deutschland?
Ein verkehrssicheres E-Bike braucht nach StVZO unter anderem funktionierende Beleuchtung, Reflektoren und zwei unabhängig wirkende Bremsen. Bei Pedelecs bis 25 km/h gelten zusätzlich die normalen Fahrradregeln, solange der Motor nur bis zu dieser Geschwindigkeit unterstützt. Achte beim Kauf darauf, dass die Ausstattung für den Straßenverkehr zugelassen ist.
Wie pflegst Du die 28-Zoll-Reifen und den Antrieb am besten?
Prüfe den Reifendruck regelmäßig, denn zu wenig Luft erhöht den Rollwiderstand und den Verschleiß. Kette, Kassette und Ritzel sollten sauber und passend geschmiert bleiben, damit der Antrieb leise und effizient läuft. Beim Akku verlängert eine trockene Lagerung bei mittlerem Ladezustand oft die Lebensdauer.
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