Mountainbike
Nicht die Federung entscheidet, sondern der Rahmen: Alu verzeiht Fehlkäufe, Carbon straft sie ab. Achte hier zuerst auf die Geometrie, dann auf den Preis.
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Mountainbikes im Vergleich worauf es wirklich ankommt
Der teuerste Fehler beim Mountainbike-Kauf kostet keinen Cent extra: zu viel Federweg. Ein Enduro mit 160 mm sieht im Laden beeindruckend aus, ist auf typischen deutschen Mittelgebirgstrails aber träger und bergauf spürbar langsamer als ein straffes Trailbike mit 120–130 mm. Wer keine Bikepark-Sprünge fährt, schleppt mit einem Langhuber jeden Anstieg 1–2 kg mehr Gewicht und eine Geometrie mit, die erst ab richtig steilem, verblocktem Gelände Vorteile bringt.
Umgekehrt gilt: Unter 100 mm Federweg vorn wird es auf Wurzelpassagen unruhig. Der Bereich zwischen 120 und 140 mm deckt den größten Teil dessen ab, was in Deutschland als Trail bezeichnet wird — und genau dort tummeln sich die meisten Modelle im Vergleich.
Hardtail oder Fully und was der Dämpfer wirklich kostet
Ein Fully mit brauchbarem Hinterbau beginnt realistisch bei 1.800–2.000 Euro. Darunter zahlst du den Dämpfer mit schwereren Laufrädern, einfacherer Gabel und schwächeren Bremsen — der Hersteller muss das Geld für den Hinterbau irgendwo einsparen. Ein Hardtail für 1.200 Euro hat deshalb oft die bessere Gesamtausstattung als ein Fully zum gleichen Preis.
Der Hinterbau bringt auf ruppigen Abfahrten Kontrolle und schont auf langen Touren den Rücken. Auf Forstwegen und flowigen Trails frisst er dagegen Tretenergie, wenn er sich nicht per Hebel blockieren lässt. Prüfe im Vergleich, ob der Dämpfer einen Lockout hat — bei Einstiegsmodellen fehlt der häufig.
Laufradgröße und Reifen als unterschätzter Hebel
29-Zoll-Laufräder rollen über Hindernisse mit flacherem Anlaufwinkel und halten die Geschwindigkeit besser, brauchen aber mehr Kraft beim Beschleunigen und mehr Platz in engen Kurven. 27,5 Zoll reagiert direkter auf Lenkimpulse — ein Unterschied, den du vor allem unter 170 cm Körpergröße merkst, weil das größere Laufrad dort das Handling dominiert. Viele Hersteller mischen inzwischen: 29 vorn, 27,5 hinten, genannt Mullet.
Der günstigste Leistungssprung sitzt am Gummi. Serienbereifung an Bikes unter 1.500 Euro wiegt oft 200–300 g mehr pro Reifen als die gleiche Profilvariante in der leichteren Karkasse — rotierende Masse, die du bei jedem Antritt beschleunigst. Achte im Vergleich darauf, ob Felgen und Reifen Tubeless-fähig sind: Ohne Schlauch fährst du mit 0,3–0,5 bar weniger Druck, bekommst mehr Grip und deutlich seltener Durchschläge.
Geometrie lesen statt Rahmenhöhe raten
Die klassische Rahmenhöhe in Zoll sagt bei modernen Mountainbikes fast nichts mehr aus. Entscheidend ist der Reach — der horizontale Abstand vom Tretlager zum Steuerrohr. Bei 175 cm Körpergröße liegen brauchbare Werte je nach Einsatz zwischen 440 und 465 mm; 20 mm Unterschied fühlen sich am Lenker an wie eine komplett andere Rahmengröße.
Dazu kommt der Lenkwinkel: 66–65 Grad geben Laufruhe in steilen Abfahrten, machen das Rad bei langsamer Fahrt aber kippeliger. Wer viel bergauf kurbelt, profitiert stärker von einem steilen Sitzwinkel ab 76 Grad — der bringt die Hüfte über das Tretlager und verhindert, dass das Vorderrad an Rampen steigt. Beide Werte stehen in jeder Geometrietabelle, kaum jemand liest sie.
Bremsen, Schaltung und die versteckte Sattelstütze
Bei Scheibenbremsen zählt der Durchmesser mehr als der Markenname: 180 mm vorn sind ab 80 kg Fahrergewicht die sinnvolle Untergrenze, auf langen Alpenabfahrten verhindern 200 mm das Überhitzen und den damit verbundenen Druckpunktverlust. Vierkolben-Bremsen dosieren feiner und brauchen weniger Handkraft — den Unterschied spürst du nach 500 Höhenmetern Abfahrt in den Fingern.
Bei der Schaltung ist 1×12 der aktuelle Standard: ein Kettenblatt vorn, zwölf Ritzel hinten. Wichtig ist die Bandbreite der Kassette — 10–51 Zähne bedeuten über 500 % Übersetzungsspanne, genug für 15 % Steigung mit Tourengepäck. Kassetten mit 11–46 Zähnen an günstigeren Modellen lassen dich an denselben Rampen schieben.
Ein Detail, das im Vergleich oft untergeht: die absenkbare Sattelstütze (Dropper Post). Per Hebel am Lenker fährt der Sattel 100–170 mm nach unten, du bekommst in Abfahrten Bewegungsfreiheit über dem Rad. Nachrüsten kostet 150–300 Euro plus interne Zugverlegung — ein Rahmen ohne entsprechende Öffnung macht das teuer oder unmöglich. Prüfe das vor dem Kauf, nicht danach.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Welche Rahmengröße passt zu dir beim Mountainbike?
Die passende Rahmengröße hängt vor allem von deiner Körpergröße und Schrittlänge ab. Viele Hersteller geben Größen wie S, M, L oder Zentimeterangaben an; orientier dich an deren Größentabelle, weil sich Geometrien zwischen Marken unterscheiden.
Welche Reifenbreite ist für ein Mountainbike sinnvoll?
Für den Alltag und leichte Trails sind oft Reifen zwischen 2,2 und 2,4 Zoll üblich. Breitere Reifen bieten mehr Grip und Komfort, schmalere rollen meist etwas leichter. Wichtig ist auch die Felgenbreite, damit der Reifen technisch sauber zum Laufrad passt.
Was bedeuten 100 mm, 120 mm oder 160 mm Federweg beim Mountainbike?
Der Federweg zeigt, wie viel die Federgabel oder das Fahrwerk einfedern kann. 100 bis 120 mm passen meist zu Touren und Cross-Country, 130 bis 160 mm eher zu Trail- und Enduro-Bikes. Mehr Federweg bringt Reserven im Gelände, macht das Rad aber oft schwerer und träger bergauf.
Worauf solltest du bei der Bremsanlage am Mountainbike achten?
Hydraulische Scheibenbremsen sind am Mountainbike der Standard, weil sie auch bei Nässe zuverlässig verzögern. Achte auf die Scheibengröße, oft 160, 180 oder 203 mm, denn größere Scheiben bieten mehr Bremskraft und bessere Hitzestabilität. Für schwerere Fahrer oder lange Abfahrten sind größere Scheiben meist sinnvoll.
Kannst du dein Mountainbike im Straßenverkehr legal nutzen?
Ja, aber nur mit der passenden Ausstattung: Licht, Reflektoren, Glocke und gut funktionierende Bremsen sind in Deutschland wichtig. Viele Mountainbikes werden ohne StVZO-Ausstattung verkauft, deshalb brauchst du für Fahrten im Verkehr oft Nachrüstteile. Prüfe außerdem, ob die Reifen eine ausreichende Straßenfreigabe haben, wenn du viel auf Asphalt fährst.
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