Waschmaschinen 72 dBA
Waschmaschinen mit 72 dBA laufen im Schleudergang deutlich lauter als leise Modelle unter 70 dBA – in offenen Wohnküchen ein Kriterium, das du vor dem Kauf abwägen solltest.
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Waschmaschinen mit 72 dBA im Vergleich und Test
72 dB klingt nach viel — auf dem EU-Energielabel ist es das Gegenteil. Seit 2021 gilt für das Schleudergeräusch: Alles bis 73 dB bekommt die Geräuschklasse A, die leiseste Stufe überhaupt. Eine Maschine mit 72 dBA gehört damit zu den ruhigsten Schleuderern am Markt, auch wenn die Zahl auf den ersten Blick anderes vermuten lässt.
Wichtig zum Einordnen: Die 72 dBA beziehen sich ausschließlich auf den Schleudergang, also auf 10 bis 15 Minuten pro Waschgang. Beim eigentlichen Waschen liegen die meisten Modelle dieser Klasse bei 48 bis 52 dB — das entspricht leiser Zimmerlautstärke. Wer die Maschine in der offenen Küche oder neben dem Schlafzimmer betreibt, hört sie also fast nur am Ende des Programms.
Schleuderdrehzahl und was die Restfeuchte kostet
In dieser Geräuschklasse findest du überwiegend Modelle mit 1.400 U/min, vereinzelt mit 1.600 U/min. Der Unterschied steckt in der Restfeuchte: 1.400 Umdrehungen lassen etwa 50 Prozent Wasser in der Wäsche, 1.600 Umdrehungen rund 44 Prozent. Sechs Prozentpunkte klingen unspektakulär, bedeuten aber pro Trocknergang 15 bis 20 Minuten weniger Laufzeit und über ein Jahr gerechnet spürbar weniger Stromkosten.
Ohne Trockner dreht sich die Rechnung um. Wäsche, die auf dem Ständer trocknet, profitiert kaum von den letzten 200 Umdrehungen — dafür knittert sie bei 1.600 U/min stärker, was beim Bügeln Zeit kostet. Viele Maschinen lassen die Drehzahl pro Programm absenken, achte darauf, dass das in 100er- oder 200er-Schritten geht und nicht nur zwischen zwei festen Stufen.
Trommelgröße, Beladung und der reale Verbrauch
Die Spanne reicht in dieser Kategorie typischerweise von 7 bis 9 kg Fassungsvermögen. 7 kg decken einen Zwei-Personen-Haushalt ab, 8 kg passen für drei bis vier Personen, 9 kg lohnen sich erst, wenn regelmäßig Bettwäsche und Handtücher in einer Ladung mitlaufen. Eine zu große Trommel ist kein Sicherheitspolster: Halbvolle 9-kg-Maschinen verbrauchen ohne Mengenautomatik fast so viel Wasser wie volle.
Genau deshalb lohnt der Blick auf die Beladungserkennung. Modelle mit automatischer Mengenanpassung reduzieren Wasser und Laufzeit bei Teilbeladung um bis zu 30 Prozent. Auf dem Label steht der Verbrauch pro 100 Zyklen im Eco-Programm — Werte um 45 bis 50 kWh sind bei 8 kg gut, über 60 kWh zahlst du bei drei Wäschen pro Woche rund 15 Euro mehr Strom im Jahr.
Warum die 72 dBA meist am Motor hängen
Dass eine Maschine überhaupt in Geräuschklasse A landet, liegt fast immer an einem bürstenlosen Invertermotor. Der arbeitet ohne Kohlebürsten, verschleißt langsamer und läuft ruhiger als klassische Motoren — viele Hersteller geben darauf 10 Jahre Garantie, separat von den zwei Jahren auf das Gesamtgerät. Prüfe im Kleingedruckten, ob die Motorgarantie eine Registrierung nach dem Kauf voraussetzt.
Die zweite Stellschraube ist die Unwuchtkontrolle. Sensoren verteilen die Wäsche vor dem Schleudern neu und verhindern, dass die Maschine bei einem verknoteten Bettbezug ins Wandern kommt. Auf Holzdielen im Altbau macht das den Unterschied zwischen hörbar und störend: Der Boden wirkt wie ein Resonanzkörper und kann gefühlt 5 bis 10 dB draufpacken, egal was das Label sagt.
Eco-Programm, Kurzwäsche und die Sache mit der Zeit
Das sparsame Eco-40-60-Programm läuft bei fast allen Modellen 3 bis 4 Stunden — es spart Energie durch niedrigere Temperatur und lange Einwirkzeit, nicht durch Tempo. Wer morgens vor der Arbeit waschen will, braucht ein Kurzprogramm: 15- bis 30-Minuten-Programme schaffen allerdings meist nur 2 bis 3 kg leicht verschmutzte Wäsche, nicht die volle Trommel.
Praktischer im Alltag ist oft die Startzeitvorwahl von bis zu 24 Stunden. Damit läuft die Maschine, wenn niemand daneben sitzt — und genau dann fällt auch der eine kurze Moment nicht ins Gewicht, in dem die 72 dBA tatsächlich erreicht werden: die letzten zwei Minuten des Endschleuderns bei voller Drehzahl.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Wie laut sind Waschmaschinen mit 72 dBA im Alltag?
72 dBA ist deutlich hörbar und eher mit einem Gespräch oder Staubsauger in der Nähe vergleichbar. In offenen Wohnküchen oder kleinen Wohnungen kannst Du die Maschine während des Schleuderns gut wahrnehmen. Für den Keller oder abgeschlossene Hauswirtschaftsräume ist dieser Pegel meist unkritischer als für direkt angrenzende Wohnräume.
Worauf solltest Du bei der Aufstellung einer 72-dBA-Waschmaschine achten?
Stell die Maschine möglichst auf einen ebenen, festen Untergrund und richte sie sauber aus, damit sie beim Schleudern nicht zusätzlich vibriert. Transportbolzen müssen vor der ersten Nutzung unbedingt entfernt werden, sonst wird das Gerät lauter und kann Schaden nehmen. Eine gute Entkopplung durch stabile Füße oder eine passende Antivibrationsmatte kann die Geräuschübertragung in den Boden mindern.
Welche Schleuderzahl ist bei 72-dBA-Modellen sinnvoll?
Eine höhere Schleuderzahl verkürzt oft die Restfeuchte der Wäsche, erzeugt aber meist auch mehr Lärm und Vibrationen. Wenn Du die Maschine nahe an Wohnräumen nutzt, kann ein Modell mit guter Geräuschdämmung bei 1200 bis 1400 U/min die bessere Wahl sein als ein noch schnelleres Gerät. Achte dabei nicht nur auf die Drehzahl, sondern auch auf den Geräuschwert beim Schleudern, der oft getrennt angegeben wird.
Wie lässt sich die Lautstärke einer Waschmaschine langfristig niedrig halten?
Reinige regelmäßig Flusensieb, Waschmittelschublade und Türdichtung, damit Wasserabläufe und Lager nicht unnötig belastet werden. Zu viel Beladung oder falsch verteilte Wäsche kann das Schleudern lauter machen und die Maschine stärker aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn die Lautstärke plötzlich steigt, solltest Du Füße, Trommellager und Fremdkörper in der Trommel prüfen lassen.
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