HiFi aus UKW
Beim UKW-Empfang entscheidet die Antennenanbindung oft mehr über den Klang als der Verstärker selbst – ein Detail, das dich beim Vergleich vor Fehlkäufen bewahrt.
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UKW-Tuner im Vergleich worauf es wirklich ankommt
Der teuerste Fehler beim UKW-Kauf passiert nicht am Gerät, sondern am Antenneneingang. Ein Tuner für 400 Euro liefert an einer simplen Wurfantenne oft weniger Rauschabstand als ein 100-Euro-Modell an einem ordentlichen Dipol unter der Zimmerdecke. Bevor du also Datenblätter vergleichst, klär die Empfangssituation: Wohnst du 10 km vom Sender entfernt oder 60 km, mit freier Sicht oder hinter Stahlbeton?
Erst danach lohnt der Blick auf die Technik selbst. Denn zwischen den Geräten in dieser Kategorie liegen messbare Unterschiede — bei der Empfindlichkeit, der Trennschärfe und der Ausstattung rund um RDS und Senderspeicher. Die entscheiden darüber, ob du schwache Sender überhaupt in Stereo hörst.
Empfindlichkeit und Rauschabstand die Zahlen hinter dem Klang
Die Eingangsempfindlichkeit gibt an, ab welcher Signalstärke der Tuner ein brauchbares Signal liefert. Gute Geräte schaffen 0,9 bis 1,2 µV für Mono-Empfang — bei schwächeren Tunern liegen die Werte doppelt so hoch, und genau das entscheidet in Randlagen darüber, ob ein 60 km entfernter Sender rauscht oder sauber ankommt.
Für Stereo brauchst du deutlich mehr Signal als für Mono: Der Rauschabstand fällt bei Stereo-Decodierung um rund 20 dB gegenüber Mono. Deshalb schalten viele Tuner bei schwachem Empfang automatisch auf Mono — Modelle mit manueller Mono-Taste geben dir hier die Kontrolle. Ein Rauschabstand von 70 dB oder mehr im Stereo-Betrieb gilt als Wert, bei dem du zwischen Musikpassagen kein Grundrauschen mehr wahrnimmst.
Die Trennschärfe wird oft übersehen: Sie bestimmt, wie gut der Tuner zwei Sender im Abstand von 200 kHz auseinanderhält. In Ballungsräumen mit dicht belegtem Band unterscheidet ein Wert von 60 dB gegenüber 40 dB zwischen klarem Empfang und einem hörbaren Nachbarsender im Hintergrund.
Antennenanschluss und was die Empfangslage verlangt
Praktisch alle Tuner haben einen 75-Ohm-Koaxialeingang. Was du daran anschließt, macht den Unterschied: Eine beiliegende Wurfantenne bringt in Sendernähe brauchbare Ergebnisse, verliert aber schon hinter dickem Mauerwerk 10 bis 20 dB Signalstärke. Ein aktiver Zimmerdipol mit Verstärkung von 15 bis 20 dB überbrückt das — allerdings verstärkt er Störungen gleich mit.
Wer eine Dachantenne oder einen Kabelanschluss mit UKW-Einspeisung im Haus hat, sitzt am längeren Hebel: Beides liefert Pegel, bei denen selbst mittelmäßige Tuner rauschfrei arbeiten. Prüf vor dem Kauf, ob dein Kabelanbieter UKW noch einspeist — einige Netzbetreiber haben die Einspeisung in den letzten Jahren eingestellt.
RDS, Senderspeicher und Bedienung im Alltag
RDS zeigt nicht nur den Sendernamen an. Radiotext liefert Titelinformationen, und die Funktion AF (Alternative Frequenz) wechselt automatisch auf die stärkste Frequenz desselben Programms — relevant, wenn ein Sender regional auf mehreren Frequenzen sendet. Geräte ohne RDS zeigen dir nur die nackte Frequenzanzeige, und du merkst dir 98,5 MHz selbst.
Beim Senderspeicher reichen die Unterschiede von 8 bis 40 Speicherplätzen. Das klingt nach viel Spielraum, aber wer neben den fünf Stammsendern auch regionale Programme und Klassikwellen ablegt, füllt 20 Plätze schneller als gedacht. Ein automatischer Sendersuchlauf mit Speicherfunktion erspart dir das manuelle Durchdrehen des gesamten Bands von 87,5 bis 108 MHz.
UKW oder Hybridgerät die Frage nach der Laufzeit
Die oft angekündigte UKW-Abschaltung ist in Deutschland nicht terminiert — anders als in Norwegen, wo UKW 2017 abgeschaltet wurde. Die meisten Landesmedienanstalten haben Lizenzen bis weit in die 2030er-Jahre verlängert. Ein reiner UKW-Tuner ist also keine Investition auf Abruf, sondern läuft realistisch noch über ein Jahrzehnt.
Trotzdem findest du in der Kategorie zunehmend Hybridtuner mit UKW und DAB+ in einem Gehäuse. Der Aufpreis liegt meist bei 50 bis 100 Euro und kauft dir Zugriff auf Programme, die es analog gar nicht gibt — bundesweit über 25 zusätzliche Sender im DAB+-Multiplex. Wer einen konkreten Sender hören will, prüft vorher, auf welchem Weg der überhaupt verbreitet wird.
Ein Detail zum Schluss: Achte auf den Ausgangspegel am Cinch-Ausgang. Tuner mit festem Ausgang um 500 mV passen zu jedem Verstärkereingang — Modelle mit regelbarem Ausgang lassen sich zusätzlich direkt an Aktivboxen betreiben, ohne dass ein Verstärker dazwischen hängen muss.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Woran erkennst Du ein gutes HiFi-Gerät für UKW-Empfang?
Achte vor allem auf die Empfindlichkeit, die Trennschärfe und eine saubere Rauschunterdrückung. Ein Gerät mit guter UKW-Abstimmung trennt Sender auch in dicht belegten Regionen besser und liefert meist stabileren Stereoempfang. Hilfreich sind zudem eine externe Antennenbuchse und ein fein justierbarer Tuner.
Brauche ich für HiFi aus UKW heute noch eine Antenne?
Ja, meist schon, wenn Du einen möglichst störungsarmen Empfang willst. Die mitgelieferte Wurf- oder Zimmerantenne reicht oft für starke Sender, für schwächere Stationen ist eine Außen- oder Dachantenne deutlich besser. Wichtig ist, dass die Antenne zum Gerät und zum Anschluss passt.
Ist UKW-Hifi in Deutschland noch legal nutzbar?
Ja, der Empfang von UKW ist in Deutschland weiterhin erlaubt. Beim Kauf solltest Du nur darauf achten, dass das Gerät das hier übliche FM-Band von 87,5 bis 108 MHz unterstützt. Importgeräte aus anderen Regionen können abweichende Frequenzbereiche oder Rastereinstellungen haben.
Worauf solltest Du bei gebrauchtem UKW-HiFi achten?
Prüf vor allem den Zustand von Drehknöpfen, Skalenbeleuchtung, Antennenanschluss und Tuner-Empfang. Bei älteren Geräten können Elkos altern, wodurch Empfang, Klang oder Senderspeicher leiden. Ein kurzer Praxistest mit mehreren Sendern zeigt schnell, ob der Tuner noch sauber arbeitet.
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