Mountainbike mit 29 Zoll
Beim 29-Zoll-Mountainbike entscheidet nicht die Laufradgröße, sondern die Rahmengeometrie darüber, ob du bergab wirklich Kontrolle hast.
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Mountainbikes mit 29 Zoll im Vergleich und Test
Zwischen einem 29-Zoll- und einem 27,5-Zoll-Laufrad liegen im Außendurchmesser nur rund 4 Zentimeter — und trotzdem fährt sich ein 29er komplett anders. Der Grund ist der flachere Auftreffwinkel: Eine Wurzel von 5 cm Höhe trifft das größere Rad weniger steil, wodurch es spürbar weniger Geschwindigkeit verliert. Auf einer ruppigen Abfahrt summiert sich das zu mehrere Sekunden Vorsprung pro Kilometer, ohne dass du mehr Kraft investierst.
Die Kehrseite steht in keinem Datenblatt: Größere Laufräder bringen mehr rotierende Masse mit und beschleunigen träger. Wer viele enge Kehren fährt oder aus Kurven heraus antritt, merkt den Unterschied deutlich. Ein 29 Zoll Mountainbike spielt seine Stärken dort aus, wo Tempo gehalten wird — auf langen Trails, Waldautobahnen und Marathonstrecken.
Hardtail oder Fully und wo die Preisgrenze liegt
Ein Hardtail mit starrem Heck wiegt bei gleicher Ausstattung 1,5 bis 2,5 kg weniger als ein vollgefedertes Rad und kostet bei vergleichbaren Komponenten mehrere hundert Euro weniger. Unter etwa 1.500 Euro bekommst du bei einem Fully fast immer einen Dämpfer und eine Gabel, an denen der Hersteller gespart hat — dann fährt das leichtere Hardtail in der Praxis besser.
Ein Fully lohnt sich ab dem Punkt, wo der Untergrund die Federung wirklich fordert: verblockte Abfahrten, Stufen, hohe Geschwindigkeit auf grobem Schotter. Der Hinterbau hält das Rad am Boden und damit die Bremsleistung hoch. Für Feldwege, Alpencross auf Forststraßen und Fitness-Runden zahlst du beim Fully vor allem Gewicht und Wartungsaufwand mit — Dämpferservice fällt je nach Hersteller alle 100 bis 200 Betriebsstunden an.
Federweg und Geometrie entscheiden über den Einsatz
Der Federweg sortiert die Kategorie: 100 bis 120 mm kennzeichnen Cross-Country- und Touren-Bikes, 130 bis 150 mm den Trail-Bereich. Mehr Federweg schluckt mehr, kostet aber Vortrieb — eine 150-mm-Gabel wippt beim Antritt im Wiegetritt spürbar, wenn sie keine Lockout-Funktion hat. Achte darauf, ob die Gabel eine Dämpfungsverstellung besitzt; Einsteigergabeln ohne einstellbare Zugstufe schlagen nach Wurzelfeldern nach.
Der Lenkwinkel verrät mehr über den Charakter als der Markenname: 68 bis 69 Grad bedeuten agiles, kletterfreudiges Handling, 65 bis 66 Grad Laufruhe bei schnellen Abfahrten. Bei 29-Zoll-Rädern verstärkt der lange Radstand diesen Effekt zusätzlich — ein abfahrtsorientiertes 29er dreht in Spitzkehren merklich träger als sein 27,5-Zoll-Pendant.
Rahmengröße und warum 29 Zoll nicht für jede Körpergröße passt
Die großen Laufräder bauen hoch: Oberrohr und Front sitzen konstruktionsbedingt weiter oben als bei kleineren Radgrößen. Unter etwa 165 cm Körpergröße wird die Überstandshöhe bei vielen Modellen knapp, und die Front lässt sich kaum tief genug einstellen. Miss deine Schrittlänge und multipliziere sie mit 0,226 — das Ergebnis in Zentimetern ist die passende Rahmenhöhe als Orientierung.
Prüfe außerdem, ob der Rahmen eine Vario-Sattelstütze hat oder zumindest die interne Zugverlegung dafür. Auf dem Trail senkst du damit den Sattel per Hebel am Lenker um 100 bis 170 mm ab — bei einem hoch bauenden 29er der Unterschied zwischen sicherer Abfahrtsposition und Sattel im Weg. Nachrüsten kostet 150 bis 300 Euro extra.
Schaltung, Bremsen und Reifen im Detail
Moderne 1×12-Antriebe mit einem Kettenblatt vorn und einer 10-50- oder 10-51-Kassette liefern über 500 Prozent Übersetzungsbandbreite — genug für Rampen mit 15 Prozent Steigung und flotte Ebenen. Günstige Modelle sparen hier mit 1×10 oder 2×9: mehr Wartung am Umwerfer, kleinere Bandbreite. Der Kassettenumfang steht in jeder Produktbeschreibung und ist ein schneller Qualitätsindikator.
Bei den Bremsen zählt der Scheibendurchmesser: 180 mm vorn gelten bei 29ern als Untergrenze, abfahrtsorientierte Modelle fahren 200 mm. Größere Scheiben bauen auf langen Abfahrten weniger Hitze auf, was Fading verhindert — bei 90 kg Fahrergewicht plus Rucksack kein Detail, sondern Sicherheitsfaktor. Hydraulische Scheibenbremsen sind in dieser Kategorie ab der unteren Mittelklasse Standard.
Die Reifenbreite liegt bei aktuellen 29ern zwischen 2,25 und 2,6 Zoll. Breitere Reifen erlauben niedrigeren Luftdruck um 1,4 bis 1,8 bar und damit mehr Grip auf losem Boden, rollen auf Asphalt aber hörbar schwerer. Wenn Felgen und Reifen Tubeless-fähig sind, sparst du pro Laufrad rund 100 Gramm rotierende Masse und flickst kleine Durchstiche mit Dichtmilch von selbst — ein Detail, das den Unterschied zwischen Weiterfahren und Schlauchwechsel im Regen ausmacht.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Für welche Körpergröße eignet sich ein 29-Zoll-Mountainbike?
29-Zoll-MTBs sind oft ab etwa 1,70 m Körpergröße angenehm, bei sehr kleinen Fahrerinnen und Fahrern kann das Rad aber unhandlich wirken. Wichtig ist nicht nur die Laufradgröße, sondern vor allem die Rahmenhöhe und die Geometrie. Probier nach Möglichkeit verschiedene Rahmengrößen, damit Du im Stand und auf dem Trail sicher kontrollieren kannst.
Welche Reifenbreite passt auf ein 29-Zoll-Mountainbike?
Typisch sind Reifenbreiten von etwa 2,2 bis 2,6 Zoll, je nach Einsatzbereich und Rahmenfreigabe. Breitere Reifen bieten mehr Grip und Komfort, brauchen aber auch mehr Platz im Rahmen und in der Gabel. Achte immer auf die vom Hersteller freigegebene Mindest- und Maximalbreite.
Was bedeutet 29 Zoll bei einem Mountainbike genau?
29 Zoll beschreibt die Laufradgröße, nicht die Rahmenhöhe. Die größeren Räder rollen leichter über Wurzeln und Steine und halten das Tempo auf Touren besser. Dafür wirkt das Bike in engen Kurven oft etwas träger als ein 27,5-Zoll-MTB.
Welche Wartung ist bei einem 29-Zoll-Mountainbike besonders wichtig?
Wegen der größeren Laufräder solltest Du regelmäßig den Speichenspannung, den Reifendruck und die Zentrierung prüfen. Gerade bei grobem Gelände können Speichen und Felgen stärker belastet werden. Auch Kette und Antrieb brauchen nach schlammigen Fahrten schnelle Reinigung, damit nichts unnötig verschleißt.
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