HiFi mit Multipair
Beim Multipair zählt nicht die Klangqualität allein: Nur mit stabilem Fast-Switching koppelst du zwei Geräte ohne nervige Neuverbindung.
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HiFi mit Multipair im Vergleich und Test
Der häufigste Irrtum bei Multipair: Viele erwarten, dass zwei Geräte gleichzeitig Musik auf den Kopfhörer schicken. Tatsächlich hält die Funktion zwei oder mehr Verbindungen offen — abgespielt wird immer nur eine Quelle. Der Gewinn liegt woanders: Kommt auf dem Handy ein Anruf, während der Laptop Musik spielt, wechselt der Kopfhörer ohne manuelles Umkoppeln. Genau dieser Wechsel unterscheidet gute von nervigen Geräten.
Denn die Übernahme dauert je nach Modell zwischen 0,5 und 3 Sekunden. Bei den langsamen Vertretern verpasst du die ersten Worte eines Anrufs oder hörst nach dem Auflegen sekundenlang nichts, bevor die Musik zurückkommt. Herstellerangaben schweigen dazu fast immer — Testberichte mit gemessener Umschaltzeit sind hier die verlässlichere Quelle.
Wie viele Geräte gleichzeitig verbunden bleiben
Standard bei Multipoint sind zwei aktive Verbindungen. Einzelne Modelle halten drei Geräte parallel — relevant, wenn du Diensthandy, privates Handy und Laptop im Alltag nutzt. Wichtiger als die reine Zahl ist die Größe der Pairing-Liste: Speichert der Kopfhörer nur vier Geräte, fliegt beim fünften Pairing das älteste raus, und du kopplest zu Hause den Fernseher jedes Mal neu. Acht bis zehn Speicherplätze ersparen dir das.
Prüf außerdem, ob sich Multipoint per App verwalten lässt. Ohne App-Steuerung wechselst du das zweite verbundene Gerät nur über eine fummelige Tastenkombination am Ohrhörer — mit App tauschst du in der Geräteliste per Fingertipp.
Codec-Falle: warum Multipoint oft die Klangqualität senkt
Hier verlieren viele Modelle unbemerkt an Klang: Bei aktivem Multipoint schalten zahlreiche Kopfhörer hochauflösende Codecs wie LDAC (bis 990 kbit/s) oder aptX Adaptive komplett ab und fallen auf AAC oder SBC mit rund 250–330 kbit/s zurück. Der Grund ist die begrenzte Bandbreite des Bluetooth-Chips, der zwei Verbindungen parallel bedienen muss.
Wenn dir Klangqualität wichtiger ist als der Komfort, brauchst du entweder ein Modell, das beides gleichzeitig kann — die gibt es, aber selten unter 250 Euro — oder du deaktivierst Multipoint fürs konzentrierte Hören in der App. Manche Hersteller verstecken diese Einschränkung tief im Kleingedruckten; ein Blick in die technischen Daten unter „Codec bei Mehrfachverbindung“ lohnt vor dem Kauf.
Bluetooth-Version, LE Audio und was Auracast ändert
Ab Bluetooth 5.3 mit LE Audio arbeitet der neue LC3-Codec, der bei 160 kbit/s ähnlich klingt wie SBC bei 320 kbit/s — die halbe Datenrate macht Mehrfachverbindungen stabiler und verlängert die Akkulaufzeit um typischerweise 15–20 Prozent. Geräte mit Bluetooth 5.0 oder 5.1 funktionieren mit Multipoint ebenfalls, brechen aber in Umgebungen mit vielen Funkquellen — Großraumbüro, Bahnhof — häufiger ab.
Mit Auracast kommt eine echte Erweiterung: Ein Sender versorgt beliebig viele Empfänger gleichzeitig, etwa den Fernseher im Fitnessstudio oder mehrere Kopfhörer an einem Laptop. Das steckt in vielen 5.3-Chips bereits drin, wird aber erst per Firmware-Update freigeschaltet. Wer das Feature will, achtet auf die explizite Auracast-Nennung im Datenblatt — „Bluetooth 5.3″ allein garantiert es nicht.
Anrufübernahme und Mikrofonqualität im Doppeleinsatz
Das häufigste Multipoint-Szenario ist Laptop plus Handy im Homeoffice. Entscheidend ist hier die Zahl und Anordnung der Mikrofone: Modelle mit vier bis sechs Mikrofonen pro Seite und Beamforming filtern Tastaturgeklapper und Hintergrundstimmen hörbar besser als Zwei-Mikrofon-Lösungen. In Testaufnahmen liegt der Unterschied bei Straßenlärm oft zwischen „gut verständlich“ und „unbrauchbar“.
Achte auch auf die Priorisierungslogik: Manche Kopfhörer unterbrechen die Laptop-Videokonferenz, sobald auf dem Handy eine Spotify-Benachrichtigung eintrudelt — andere übernehmen nur echte Anrufe. Bei Modellen mit konfigurierbarer Priorität legst du selbst fest, welches Gerät im Zweifel gewinnt. Diese Einstellung findest du fast nie auf der Produktseite, aber fast immer in Nutzerbewertungen erwähnt.
Ein Detail zum Schluss: Einige True-Wireless-Modelle unterstützen Multipoint nur, solange beide Ohrhörer im Einsatz sind. Nimmst du einen heraus, um mit einem Ohr zu hören, fällt die zweite Verbindung weg — wer im Büro regelmäßig einseitig hört, prüft diesen Punkt vor dem Kauf im Handbuch, nicht erst danach.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Was bedeutet Multipair bei HiFi-Geräten?
Multipair heißt, dass Du mehrere Bluetooth- oder Funkquellen mit dem Gerät koppeln kannst. So musst Du nicht jedes Mal neu verbinden, wenn zwischen Smartphone, Tablet oder Laptop gewechselt wird. Praktisch ist das vor allem in Haushalten, in denen mehrere Personen denselben Verstärker oder Lautsprecher nutzen.
Woran erkennst Du, wie viele Geräte gleichzeitig verbunden sein können?
Die Anzahl steht meist in den technischen Daten als maximale Zahl an gespeicherten oder gleichzeitig nutzbaren Pairings. Wichtig ist der Unterschied zwischen gespeicherten Verbindungen und wirklich parallel aktiven Quellen. Wenn Du häufig zwischen mehreren Geräten wechselst, solltest Du auf die genaue Angabe zur Multipair-Funktion achten.
Braucht HiFi mit Multipair spezielle Bluetooth-Standards?
Nein, zwingend ist das nicht, aber aktuelle Bluetooth-Versionen sorgen meist für stabilere Verbindungen und weniger Aussetzer. Achte trotzdem eher auf die konkrete Multipair-Funktion des Herstellers als nur auf die Bluetooth-Version. Für guten Klang sind außerdem unterstützte Codecs wie aptX oder AAC oft wichtiger als die reine Verbindungszahl.
Kann es bei Multipair zu Störungen oder Sicherheitsproblemen kommen?
Störungen sind möglich, wenn viele Funkquellen in der Nähe aktiv sind, zum Beispiel im WLAN- oder Bluetooth-Umfeld. Für die Sicherheit gilt: Halte die Geräte mit aktueller Firmware auf dem neuesten Stand und nutze nur bekannte Kopplungen. So senkst Du das Risiko für Verbindungsfehler und ungewollte Zugriffe deutlich.
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