Drohnen mit Glonass
Nicht die Kamera entscheidet über stabile Aufnahmen, sondern der GLONASS-Empfang: Ohne präzise Positionierung driftet deine Drohne bei Wind spürbar ab.
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Drohnen mit Glonass im Vergleich und Test
Glonass allein bringt dir gar nichts — das ist der Punkt, den viele beim Kauf falsch verstehen. Das russische Satellitensystem entfaltet seinen Nutzen erst in Kombination mit GPS: Eine Drohne, die nur GPS empfängt, sieht am Himmel typischerweise 8 bis 12 Satelliten. Mit GPS und Glonass parallel steigt die Zahl auf 18 bis 24. Genau dieser Unterschied entscheidet, ob deine Drohne bei Wind auf ±0,5 Meter genau schwebt oder um anderthalb Meter driftet.
Relevant wird das nicht auf dem freien Feld, sondern dort, wo Satellitensignale abgeschattet werden: zwischen Häusern, unter Baumkronen, in Tälern. Fällt die Zahl der empfangenen Satelliten unter 6, schalten die meisten Modelle in den ATTI-Modus ohne Positionshaltung — und dann fliegt die Drohne mit dem Wind davon, wenn du nicht aktiv gegensteuerst.
Return-to-Home und warum die Satellitenzahl darüber entscheidet
Die Return-to-Home-Funktion ist der eigentliche Grund, auf Dual-GNSS zu achten. Reißt die Funkverbindung zur Fernsteuerung ab, fliegt die Drohne automatisch zum gespeicherten Startpunkt zurück — aber nur, wenn sie ihre Position zuverlässig kennt. Modelle mit GPS und Glonass fixen ihre Startposition in 15 bis 30 Sekunden, reine GPS-Geräte brauchen dafür teils über eine Minute und speichern den Punkt ungenauer.
Achte auf die einstellbare Rückkehrhöhe: Sie muss über dem höchsten Hindernis im Umkreis liegen. Eine Drohne, die auf 30 Meter Rückkehrhöhe eingestellt ist, fliegt geradlinig zum Startpunkt — steht dazwischen ein 35 Meter hoher Baum, hilft dir auch das beste Ortungssystem nicht. Manche Modelle kombinieren RTH deshalb mit Hinderniserkennung nach vorn; das kostet ab etwa 300 Euro Aufpreis gegenüber der Basisvariante.
Die 250-Gramm-Grenze verändert deine Pflichten
Wiegt die Drohne unter 250 Gramm, entfällt der Drohnenführerschein — du brauchst nur die Registrierung als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt und eine Haftpflichtversicherung. Ab 250 Gramm ist mindestens der EU-Kompetenznachweis A1/A3 Pflicht, ein Onlinetest mit 40 Fragen. Viele Hersteller bauen ihre Einsteigermodelle deshalb gezielt auf 249 Gramm.
Der Haken: Leichte Drohnen reagieren empfindlicher auf Wind. Ein 249-Gramm-Modell hält bei Böen ab 30 km/h die Position nur noch mit Mühe, eine 900-Gramm-Drohne fliegt bei denselben Bedingungen ruhig weiter. Wer regelmäßig an der Küste oder in den Bergen filmt, kalkuliert den Führerschein besser gleich mit ein — er kostet online rund 25 bis 50 Euro.
Gimbal-Achsen und was sie für deine Aufnahmen bedeuten
Bei der Kamera zählt weniger die Auflösung als die Stabilisierung. Ein 3-Achsen-Gimbal gleicht Nick-, Roll- und Gierbewegungen mechanisch aus und liefert auch bei böigem Wind wackelfreie Videos. Modelle mit nur elektronischer Bildstabilisierung schneiden dafür Bildrand ab — bei 4K-Aufnahmen verlierst du so effektiv 15 bis 20 Prozent des Bildfelds.
Prüfe außerdem die Sensorgröße statt nur der Megapixel: Ein 1-Zoll-Sensor fängt bei Dämmerung etwa viermal so viel Licht ein wie der verbreitete 1/2,3-Zoll-Sensor. Für Aufnahmen bei Sonnenuntergang macht das den Unterschied zwischen brauchbarem Material und Bildrauschen.
Flugzeit realistisch einschätzen
Herstellerangaben zur Flugzeit entstehen unter Laborbedingungen: Windstille, Schwebeflug, keine Aufnahme. Von den angegebenen 30 Minuten bleiben in der Praxis 20 bis 23 Minuten übrig — Return-to-Home reserviert zusätzlich rund 15 Prozent Akkuladung, die dir das System nicht freigibt. Wer eine Location ernsthaft abfliegen will, plant zwei bis drei Wechselakkus ein; ein Ersatzakku kostet bei den gängigen Modellen zwischen 50 und 120 Euro.
Interessant ist auch die Ladezeit im Verhältnis zur Flugzeit: Viele Akkus laden 60 bis 90 Minuten für 25 Minuten Flug. Eine Ladestation, die zwei oder drei Akkus nacheinander lädt, gehört bei manchen Combo-Paketen dazu und spart dir das manuelle Umstecken vor Ort.
Follow-Me und Wegpunkte brauchen präzise Ortung
Intelligente Flugmodi wie Follow-Me oder Wegpunktnavigation funktionieren nur so gut wie das Ortungssystem dahinter. Beim Verfolgungsmodus gleicht die Drohne ihre Glonass-GPS-Position mehrmals pro Sekunde mit der deines Smartphones ab — bei schwachem Empfang hängt sie sichtbar hinterher oder verliert dich in Kurven. Bei Wegpunktflügen bestimmt die Positionsgenauigkeit, ob die Drohne eine geplante Route auf einen halben Meter genau abfliegt oder um mehrere Meter danebenliegt.
Ein Detail, das kaum ein Datenblatt erwähnt: Der erste Satellitenfix nach dem Einschalten dauert an einem neuen Standort deutlich länger als am gewohnten Startplatz, weil die Drohne die Satellitendaten erst neu laden muss. Gib ihr vor dem ersten Start am Urlaubsort ruhig zwei Minuten am Boden — das erspart dir einen ATTI-Start ohne Positionshaltung direkt über fremdem Gelände.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Was bringt GLONASS bei einer Drohne konkret?
GLONASS verbessert die Satellitenortung, weil die Drohne neben GPS weitere Positionsdaten nutzen kann. Das hilft vor allem bei dichter Bebauung, in Waldrändern oder wenn das GPS-Signal zeitweise schwächer ist. Die Position kann dadurch stabiler und die Rückkehrfunktion oft zuverlässiger arbeiten.
Brauche ich für eine Drohne mit GLONASS trotzdem GPS?
Ja, in der Regel arbeitet eine Drohne mit GLONASS zusammen mit GPS und oft noch mit weiteren Systemen wie Galileo. Je mehr Satellitensysteme die Drohne gleichzeitig nutzen kann, desto robuster wird die Ortung. GLONASS ist also eine Ergänzung, kein Ersatz für GPS.
Worauf solltest Du beim Kauf einer Drohne mit GLONASS achten?
Achte auf die reine Flugzeit, die Reichweite und darauf, wie viele Satellitensysteme die Drohne unterstützt. Wichtig ist auch, ob die Rückkehr-zum-Startpunkt-Funktion zuverlässig mit mehreren Ortungssystemen arbeitet. Für Aufnahmen in schwieriger Umgebung ist eine stabile Positionshaltung oft wichtiger als reine Maximalwerte.
Welche rechtlichen Vorgaben gelten für Drohnen mit GLONASS?
Für Drohnen gelten in Deutschland und der EU die normalen Drohnenregeln, unabhängig davon, ob sie GLONASS haben. Entscheidend sind unter anderem Gewichtsklasse, Fluggebiet, Höhe und mögliche Kennzeichnungs- oder Versicherungspflichten. Die bessere Ortung ersetzt keine Flugerlaubnis und hebt keine Verbotszonen auf.
Wie pflegst Du die Ortungstechnik einer Drohne richtig?
Halte Antennen, Sensoren und Gehäuse sauber und trocken, damit die Satellitenortung nicht beeinträchtigt wird. Prüfe vor dem Flug, ob Firmware und App aktuell sind, weil Updates oft die Positionsstabilität verbessern. Lagere Akkus und Drohne trocken, damit Kontakte und Elektronik keinen Schaden nehmen.
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