Drohnen mit Follow Me Funktion
Nicht die Kameraauflösung entscheidet beim Follow-Me-Flug, sondern das Tracking-System: GPS-Modelle verlieren dich im Wald, visuelle Sensoren bleiben dran.
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Drohnen mit Follow Me Funktion im Vergleich und Test
Follow Me klingt nach einer einzigen Funktion — tatsächlich verbergen sich dahinter zwei völlig verschiedene Technologien. Bei der günstigen Variante folgt die Drohne dem GPS-Signal deines Smartphones und fliegt dabei praktisch blind hinter dir her. Bei der teureren erkennt sie dich per visueller Objektverfolgung über die Kamera und berechnet deine Bewegung voraus. Der Unterschied entscheidet darüber, ob die Drohne dir um einen Baum herum folgt oder in ihn hineinfliegt.
Genau deshalb sagt der Begriff „Follow Me“ im Datenblatt allein noch nichts aus. Modelle unter 300 Euro werben mit derselben Bezeichnung wie Drohnen für 1.500 Euro — die Praxistauglichkeit liegt aber Welten auseinander.
GPS-Tracking oder Kamera-Verfolgung — was im Gelände passiert
Reines GPS-Follow-Me arbeitet mit einer Positionsgenauigkeit von etwa 1 bis 3 Metern. Das reicht für offene Flächen wie Strand oder Feldweg, aber nicht für einen Trail durch den Wald: Die Drohne kennt nur deine Koordinaten, nicht die Äste dazwischen. Zusätzlich verliert sie dich, sobald das Smartphone in der Tasche kein sauberes Signal mehr liefert.
Visuelle Verfolgung per Bilderkennung hält dich dagegen im Kamerabild und funktioniert auch, wenn du kurz hinter einem Hindernis verschwindest — bessere Systeme berechnen deine Route für 2 bis 3 Sekunden voraus und nehmen dich danach wieder auf. Achte darauf, ob die Drohne dich nur von hinten verfolgt oder auch seitlich und im Kreis um dich herumfliegen kann. Nur mit mehreren Verfolgungsmodi entstehen Aufnahmen, die nicht alle gleich aussehen.
Hinderniserkennung: die eigentliche Kernfrage
Eine Drohne im Follow-Modus fliegt oft rückwärts oder seitwärts — also genau in Richtungen, in die viele Einsteigermodelle keine Sensoren haben. Frontsensoren allein nützen dir beim Verfolgen wenig. Erst eine omnidirektionale Hinderniserkennung mit Sensoren in alle Richtungen macht autonomes Folgen im Wald oder zwischen Gebäuden realistisch.
Die Preisgrenze liegt hier deutlich sichtbar: Rundum-Sensorik findest du meist erst ab rund 700 bis 800 Euro. Darunter bekommst du bestenfalls Erkennung nach vorn und unten — für Verfolgung auf freier Fläche brauchbar, im Gelände ein Totalschadenrisiko. Rechne bei einem Absturz mit Reparaturkosten ab 150 Euro allein für Kamera und Gimbal.
Tempo und Akku: warum Mountainbiker oft davonfahren
Im visuellen Verfolgungsmodus drosseln viele Drohnen ihre Geschwindigkeit auf 12 bis 20 km/h, weil die Bilderkennung Rechenzeit braucht — die maximale Fluggeschwindigkeit von 50 oder 60 km/h aus dem Datenblatt gilt hier nicht. Wer auf dem Rad 30 km/h fährt, hängt eine solche Drohne nach wenigen Sekunden ab. Für Radfahren und Skifahren brauchst du ein Modell, das mindestens 40 km/h im Tracking-Modus hält.
Bei der Flugzeit zählt der reale Wert im Verfolgungsmodus, nicht die Herstellerangabe im Schwebeflug. Von nominell 30 Minuten bleiben bei aktivem Tracking, Wind und Richtungswechseln oft 18 bis 22 Minuten übrig. Für eine Stunde Aufnahmen unterwegs planst du also besser zwei bis drei Akkus ein — ein Wechselakku kostet je nach Modell 50 bis 120 Euro.
Für die Bildqualität ist der 3-Achsen-Gimbal wichtiger als die reine Auflösung: Ohne mechanische Stabilisierung verwackelt jede Verfolgungsaufnahme, sobald die Drohne beschleunigt oder gegen Wind korrigiert. 4K mit 60 Bildern pro Sekunde erlaubt dir zusätzlich flüssige Zeitlupen aus schnellen Szenen.
Die 50-Meter-Regel und das Gewicht auf der Waage
Rechtlich fliegst du in der EU auch im Follow-Modus nur legal, wenn du Sichtkontakt zur Drohne hältst. Die EU-Drohnenverordnung erlaubt den Follow-me-Betrieb ausdrücklich, aber nur bis maximal 50 Meter Abstand zum Piloten. Eine Drohne, die dir aus 200 Metern folgt, bewegt sich außerhalb des erlaubten Rahmens — unabhängig davon, was die App technisch zulässt.
Das Abfluggewicht entscheidet über deine Pflichten: Unter 249 Gramm entfällt der EU-Kompetenznachweis, die Registrierung als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt bleibt trotzdem Pflicht, sobald eine Kamera verbaut ist. Ab 250 Gramm kommt der kleine Drohnenführerschein dazu, ein Online-Test für rund 25 Euro. Mehrere aktuelle Follow-Me-Drohnen liegen bewusst bei 249 Gramm — prüfe aber, ob das Gewicht mit dem Akku gilt, den du tatsächlich fliegst: Manche Hersteller erreichen die Grenze nur mit dem kleineren der beiden angebotenen Akkus, und mit dem größeren rutschst du unbemerkt in die nächste Gewichtsklasse.
Häufig gestellte Fragen – Alles, was du wissen musst
In dieser Sektion findest du Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wenn du zusätzliche Informationen benötigst, zögere nicht, uns zu kontaktieren.
Darfst Du eine Drohne mit Follow Me Funktion einfach überall fliegen lassen?
Nein, auch mit Follow Me gelten die normalen Drohnenregeln. Du musst je nach Gewicht, Kamera und Einsatzort Abstände, Flugverbotszonen und die EU-Klassen beachten. Für Flüge in der Nähe von Menschen, Straßen oder Gebäuden sind oft zusätzliche Einschränkungen relevant.
Woran erkennst Du, ob Follow Me bei einer Drohne zuverlässig funktioniert?
Achte auf GPS, Glonass oder Galileo, eine stabile Hinderniserkennung und eine möglichst präzise Positionshaltung. Je besser die Sensorik und je höher die Systemstabilität, desto sauberer folgt die Drohne Dir beim Laufen, Radfahren oder Wandern. In dichtem Wald, zwischen Gebäuden oder bei schwachem Satellitensignal wird die Funktion meist ungenauer.
Welche Technik braucht eine Drohne für Follow Me?
Für Follow Me braucht die Drohne in der Regel GPS oder ein vergleichbares Ortungssystem, damit sie Dein Signal verfolgen kann. Viele Modelle nutzen zusätzlich die Fernsteuerung, das Smartphone oder eine App als Referenzpunkt. Wichtig ist auch eine gute Flugzeit, damit die Verfolgung nicht nach wenigen Minuten endet.
Welche Sicherheitsfunktionen sind bei Follow-Me-Drohnen besonders sinnvoll?
Sehr wichtig sind Hinderniserkennung, Return-to-Home und eine stabile App-Verbindung. Diese Funktionen helfen, Kollisionen zu vermeiden und die Drohne bei Signalverlust automatisch zurückzuholen. Gerade bei dynamischen Motiven solltest Du außerdem auf eine begrenzte Geschwindigkeit und eine saubere Bremsfunktion achten.
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